ÖVP lädt NGOs und Bürgerinitiativen am 13.April 2018 zu einem “Runden Tisch Weltkulturerbe”

Mit etwa 50 Vertretern diverser NGOs und Bürgerinitiativen diskutierten am 13. April 2018 BM Blümel und Stadtrat Wölbitsch die verfahrene Situation der Hochhauswidmung am Heumarkt, die der Stadt Wien die Aberkennung des Weltkulturerbestatus durch die UNESCO bringen könnte. Man plane, den Schutz des Welterbe-Status in der Stadtverfassung zu verankern, das gelte allerdings dann nur für die Zukunft. Es sei dies notwendig, da die rot-grüne Stadtregierung in den letzten Jahren den Welterbestatus bei der Stadtplanung immer wieder außer Acht gelassen habe. Während die FPÖ eine Verordnungsprüfung der vom Investor gewünschten Anlasswidmung am Heumarkt beim VfGH verlangt, zeigen sich die ÖVP Vertreter hier eher zurückhaltend, obwohl auch die Volksanwaltschaft (Dr. Brinek, ÖVP) hier einen eklatanten Missstand festgestellt hat. Nur wenn die bereits von rot-grün im Juni 2017 beschlossene Anlasswidmung rückgängig gemacht werden könnte, würde dem umstrittenen Hochhausprojekt am Heumarkt die Rechtsgrundlage entzogen. (JK)


Architekt Gustav Peichl kritisiert die Freundschaftswidmungen der Stadt Wien: “was die Stadt Wien gerade aufführt mit ihren Umwidmungen, etwa beim Eislaufplatz am Heumarkt, das geht nicht!”

Der Architekt und Karikaturist Gustav Peichl feiert seinen 90.Geburtstag. Scharfzüngig geht der Jubilar mit den Widmungsverfahren der Stadt Wien ins Gericht. “Ich bin nicht gegen Hochhäuser. Ich sage nur eins: Hochhäuser dort, wo sie hingehören.” Obwohl er selbst Hochhäuser baute, sieht Peichl am Heumarkt keinen Platz für ein Hochhaus. Ein Bau an diesem Standort dürfte nie so hoch sein und müsste wenigstens um ein Drittel weniger Kubatur aufweisen. Das derzeitige Heumarkt Projekt sei “entsetzlich”, es erinnere an eine Kiste mit Löchern. “Architektur ist dann gut, wenn die Summe aus Form, Funktion und Material stimmt.” (Interview im Profil 11/2018 und Sendung Wien Heute am 17.3.2018)


Neue Hoffnung für den Fußweg auf den Schafberg in Dornbach?

Zur Erinnerung: Trotz heftiger Proteste der Bevölkerung wurde dieser bequeme Spazierweg von der Handlirschgasse zur Schafberghöhe vor einigen Jahren wegen “Gefährlichkeit” gesperrt. Da im oberen Teil des Wegs nun ein großes Bauvorhaben mit beachtlichem Aushub zu beobachten war, wurde das Thema “Gefährlichkeit des Mauserlwegs” wieder virulent. Die Neubeurteilung der Eigentumsverhältnisse und der geologischen Gegebenheiten waren eines der Hauptthemen in der gestrigen Bezirksvertretungssitzung in Hernals. Anfragen und Anträge seitens der FPÖ, der Grünen und der NEOS führten neuerlich zu heftigen Diskussionen. Der Wunsch, den Weg wieder für die Allgemeinheit begehbar zu machen, wurde von allen Fraktionen im Bezirk betont. In der Sitzung im Juni wird die Sachlage nach Einholen diverser Gutachten, die bisher fehlen, neu bewertet werden. (JK)


Podiumsdiskussion: “Luxuswohnturm am Heumarkt – wächst Wien in die falsche Richtung?”

Am 6.März 2018 lud das Cajetan Felder Institut zu einer spannenden, sehr gut besuchten, Podiumsdiskussion in den Figaro-Saal des Palais Palffy. Moderiert von KR Walter Prinz diskutierten DI Mag.Dr. Bruno Maldoner, ehemals im BKA für Weltkulturerbefragen zuständig, Planungsdirektor der Stadt Wien DI Thomas Madreiter, DI Herbert Rasinger, Initiative Stadtbildschutz, NR Dr. Walter Rosenkranz, Kultursprecher der FPÖ und LAbg Ernst Woller (SPÖ),  seit 20 Jahren Vorsitzender des Kulturausschusses im Wiener Rathaus.

Die Frage der rechtlichen Wirksamkeit der UNESCO Welterbekonvention wurde neuerlich beleuchtet, Österreich sei hier im Jahr 1993 freiwillig beigetreten, die UNESCO könne hier “nicht anschaffen”, betonte Maldoner. Ein Problem sei hier auch die föderale Struktur Österreichs, während etwa Salzburg das Welterbe in der Stadtverfassung verankert hätte, sei das in Wien nie geschehen, obwohl es zahllose Änderungen der Wiener Bauordnung seither gegeben hätte. Rasinger forderte, Wien solle zu seinen mehrfach nachzulesenden Zusagen stehen, Madreiter betonte die wenig konkreten Formulierungen in der Welterbekonvention, aus denen “rechtlich nichts zu gewinnen sei”. Rosenkranz vertrat die Meinung, die Bundesregierung solle eine Verordnungsprüfung der Umwidmung des Heumarkts beim VfGH anstreben, auch die Volksanwaltschaft hätte diese Anlasswidmung als Verwaltungsmissstand bestätigt. In der von ihm bekannten “Drüberfahrmanier”  verteidigte Woller die Entscheidung der Stadtregierung für die Umwidmung, das Heumarktprojekt sei großartig, Architekt Weinfeld ein weltberühmter Architekt, der Investor geradezu ein Wohltäter für die Bevölkerung, der mit diesem Projekt kaum Gewinne mache. Er erntete dafür zahlreiche Missfallenskundgebungen aus dem Publikum, die jedoch, wie stets, von ihm abprallten. (JK)


Was ist ein “Hochhausstandort”?

Nach der Wiener Bauordnung (WBO), § 7 f sind Hochhäuser Gebäude, deren oberster Abschluss einschließlich aller Dachausbauten mehr als 35m über dem tiefsten Punkt des anschließenden Geländes liegen. Was ein “Hochhausstandort” ist, definiert die WBO nicht. “Standort” ist daher nur eine schwammige Benennung eines Areals, eines Umfelds oder einer Gegend ohne nähere Konkretisierung, wie das Gesetz es sehr wohl beim Anrainerbegriff vorsieht. Hier gibt es genaue Meterangaben, ab wann man kein Anrainer mehr ist. Diese legistische Verwässerung scheint man nicht ohne Grund bei den neuen Masterplänen oder der neuen Hochhausrichtlinie anzuwenden. Die Frage ob der ganze Karlsplatz nun ein “Hochhausstandort” ist, bleibt somit offen, die Karlskirche ist sicher mehr als 35m hoch, eine Beschränkung auf Parzellen oder konkrete Abstände werden anscheinend ganz bewusst vermieden. Alles bleibt “ungefähr” und im unermesslichen Ermessen der Rathauspolitik. Es fällt schwer, hier nicht von voller Absicht zu sprechen. (JK)


Innovative Baugruppen in Donaufeld

Nach dem Beteiligungsverfahren folgt jetzt der Bauträgerwettbewerb, bei dem sich auch Baugruppen bewerben.

Schon bei denDiskussionen des Partizipationsverfahrens brachte eine entstehende Baugruppe ihre Ideen ein. Im Zuge der Vorbereitung des jetzt folgenden Bauträgerwettbewerbs für die erste Entwicklungsphase in Donaufeld konstituieren sich Baugruppen, um sich in der Folge um konkrete Baufelder bewerben zu können.
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Pressekonferenz “Weltkulturerbe Wien” mit Vizekanzler Strache und Kulturminister Blümel, 1.Februar 2018, 10 Uhr.

Anlässlich des jährlich fälligen “State of Conservation Reports” an die UNESCO wurde zu dieser Pressekonferenz ins Bundeskanzleramt geladen und dankenswerterweise mittels livestream übertragen. Gerügt wurde vor allem das doppelte Spiel der Wiener Stadtregierung bei der umstrittenen Heumarktplanung. Im vollen Bewusstsein der Auflagen der UNESCO für das Weltkulturerbe Wien Innere Stadt hätte man dem Investor keine Rahmenbedingungen für die Bebauung vorgegeben. Sollte das Projekt nun nicht verwirklicht werden, wäre er der Leidtragende. So werde man sich weiterhin bemühen, mit der UNESCO bis Herbst 2018 einen Kompromiss zu finden, um den wichtigen Welterbestatus Wiens zu erhalten. Eine Aberkennung finde meist nicht im ersten Jahr nach der ”Herabstufung” auf die rote Liste der gefährdeten Welterbestätten statt. Mittels OTS0061 teilte die Stadt Wien dazu mit, das in der PK Genannte geschehe alles ohnehin, “Strache und Blümel” wollten nur vom Nazi-Liederbuch-Skandal ablenken. Unabhängig von weiteren Gesprächsversuchen mit der UNESCO  könnte die Bundesregierung eine Verordnungsprüfung der Anlasswidmung Heumarkt beim VfGH beantragen (so OTS0166), diese Möglichkeit überprüft derzeit auch die Volksanwaltschaft.  (JK)


Sportminister Strache will Happel-Stadion abreißen

Sport

Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) ist seit einem Monat im Amt. Beim “9. Fußball-Kongress Österreich” in St. Pölten spricht er von ”unsinnigem Denkmalschutz” beim Ernst-Happel-Stadion im Prater, das er abreißen will. Continue reading


32. GR Sitzung, 25.Jänner 2018: Drohende Aberkennung des Weltkulturerbestatus für die Wiener Innenstadt auch Thema der Fragestunde

VBin Vassilakou erklärte, dass man versuche, mit der UNESCO und ICOMOS “vertiefte inhaltliche Gespräche” zu führen, um auszuloten, wie das Hochhausprojekt am Heumarkt in Einklang mit den Vorgaben für den Welterbestatus umgesetzt werden könnte. (PID Rathauskorrespondenz 25.Jänner 2018). Nach Ansicht von Vassilakou sei der Welterbestatus nicht von diesem einen Projekt bedroht, “neue Architektur” müsse in einer wachsenden Metropole möglich sein. Der Investor hätte alle Auflagen der Stadt erfüllt. Der Gemeinderat hätte sich in einer demokratischen Abstimmung dafür ausgesprochen.

Da die von der UNESCO gesetzte Frist am 1.Februar 2018 ausläuft, bleibt nicht mehr viel Zeit, die Aberkennung des Welterbestatus für die Stadt Wien abzuwenden.(JK)


Memorandum: “Rettet das UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum von Wien” (ORF Bericht “Wien Heute”, 19.Jänner 2018)

Bis spätestens 1.Februar 2018 hat die Republik Österreich noch die Möglichkeit, das Heumarkt Hochhaus-Projekt abzuändern, um dem drohenden Verlust des Welterbeprädikats für die Wiener Innenstadt seitens der UNESCO zu entgehen. Eine Reihe von Bürgerinitiativen und NGOs hat sich daher zusammengeschlossen und ein diesbezügliches Memorandum unterzeichnet (Rückfragehinweis: “Alliance for Nature”). Besonders beschämend wäre es für Wien, gerade im Europäischen Kulturerbejahr 2018 und im Jahr des österreichischen Ratsvorsitzes in der Europäischen Union den Titel wegen einer heftig kritisierten Anlasswidmung in der Wiener Innenstadt aberkannt zu bekommen. Wie berichtet wird, haben sich sowohl BM Häupl, Vizebürgermeisterin Vassilakou und der Welterbezuständige der Stadt Wien, Zunke, bisher geweigert, das Memorandum entgegen zu nehmen. Somit bleibt weiterhin die historische Wiener Innenstadt möglicherweise ein Weltkulturerbe mit Ablaufdatum. (JK)


Mit dem Bau der B232 droht in Donaufeld der Verkehrskollaps

Diese wunderschöne Blumenwiese beim Therese Tauscher-Park ist durch die B232 gefährdet!

Nein zur Steuervergeudung zu Lasten unserer Gesundheit!

Seit 2007 hat sich die Initiative Donaufeld erfolgreich für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und  für eine Beruhigung des motorisierten Individualverkehrs eingesetzt.

Mit einer beispiellosen Kraftanstrengung ist es im Dezember 2012 gelungen, bei der Bürgerbefragung die Öffnung der B3 zum Satzingerweg mit einer klaren 2/3 Mehrheit abzuwenden und damit ein lebenswertes Grätzl zu erhalten.

Jetzt wird die Ruhe in den Wohnsiedlungen leider wieder durch ein völlig veraltetes Straßenbauprojekt gefährdet, wie aus diversen Medienberichten (Krone vom 12.12.2017, Wr. Bezirksblatt vom 19.12.2017 und der Floridsdorfer Zeitung vom 26.1.2018) zu entnehmen ist. Continue reading


Abschluss der Partizipation in Donaufeld und Ausblick

Resümee über Beteiligung und Flächenwidmung und die nächsten Schritte in Donaufeld

Am 16. Dezember 2017 nahmen Christina Kirchmair, Herbert Bork und Philip Krassnitzer, das Team von „stadtland“ mit einem letzten „Come Together“ Abschied von Donaufeld. Nachdem sie mehrere Jahre hindurch die Bürgerbeteiligung im Stadtentwicklungsgebiet organisiert haben, wurde jetzt mit dem Entwurf der Charta Donaufeld ein vorerst letztes Dokument für die weitere Entwicklung des neuen Stadtteils vorgelegt. Continue reading


Wiener Wohnbau Forschungstage 2017: “Strategien für das Wohnen in Metropolregionen”

Am 30.November 2017 fand im Kuppelsaal der TU das Workshop 16 des Referats für Wohnbauforschung der MA 50 der Stadt Wien statt. Schwerpunkt war dieses Mal die Dynamik der Entwicklung des Wiener Umlands. Nicht nur die Wiener Bevölkerung wachse, längst sei mit der Stadtregion Wien mit dem Umfeld ein verflochtener Metropolraum entstanden. Für die Menschen würden im Alltag administrative Grenzen eine immer geringere Rolle spielen. Die Nachfrage nach qualitätvollem Wohnraum in gut angebundenen und infrastrukturell ausgestatteten Lagen steige auch außerhalb der Stadtgrenzen. Die Bedeutung einer engen Abstimmung und Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion steige ständig. Der Wohnbauforschungstag richtete daher das Augenmerk auf die Entwicklung gemeinsamer Lösungen über formale Verwaltungsgrenzen hinweg. Keynote Sprecherin war Nicole Schelling, Regionaldirektorin Verband Region Stuttgart, wo eine vergleichbare Situation herrscht. (JK)


Pressekonferenz der Bürgerinitiative “Steinhof gestalten” am 30.11.2017

Die Stadtregierung mache einen schwerwiegenden Fehler, indem sie noch immer nicht in der Lage sei, ein sinnvolles Nachnutzungskonzept für das Areal vorzulegen, obwohl sie ein solches mittlerweile seit Jahren verspricht, so Dr. Gernot Rainer, der vom KAV unsanft aus seiner Tätigkeit auf der Pulmologie des OWS entfernt und wegen Aufmüpfigkeit mundtot gemacht werden sollte, die Medien haben darüber berichtet. Gerade in einer Zeit des demographischen Wandels (2020 werden 26% der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein) würden dringend Pflegewohnhäuser, Palliativstationen, Rehabilitation und Hospize benötigt. Außerdem würden psychische Erkrankungen beängstigend zunehmen, für Berufsunfähigkeit seien sie mittlerweile bei einem Drittel die Ursache. Mit dem OWS sei die Stadt Wien im Besitz eines einzigartigen Standorts, dessen Rahmenbedingungen hervorragend für die Erhaltung und Wiedererlangung der Berufsfähigkeit geeignet wäre. Mit einem flammenden Appell wandten sich die Initiatoren, Christine Muchsel, Wolfgang Veit mit Prof Berndt Lötsch an die zuständigen Politiker, hier endlich tätig zu werden, bevor es zu spät wäre. Die Fällung des Föhrenwäldchens bei der Pathologie und die fortschreitende Wohnverbauung zeige das Unverständnis für die Erhaltung dieses wichtigen Grünraums und sei ein Verbrechen an der historischen Bausubstanz. (JK)


Kärntner erobern Wiener Immobilienmarkt

Nach Hans Knauß versucht sich mit Rainer Schönfelder nun ein weiterer Ex-Skistar im lukrativen Immobilienbusiness.

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