Wiener Wohnbau Forschungstage 2017: “Strategien für das Wohnen in Metropolregionen”

Am 30.November 2017 fand im Kuppelsaal der TU das Workshop 16 des Referats für Wohnbauforschung der MA 50 der Stadt Wien statt. Schwerpunkt war dieses Mal die Dynamik der Entwicklung des Wiener Umlands. Nicht nur die Wiener Bevölkerung wachse, längst sei mit der Stadtregion Wien mit dem Umfeld ein verflochtener Metropolraum entstanden. Für die Menschen würden im Alltag administrative Grenzen eine immer geringere Rolle spielen. Die Nachfrage nach qualitätvollem Wohnraum in gut angebundenen und infrastrukturell ausgestatteten Lagen steige auch außerhalb der Stadtgrenzen. Die Bedeutung einer engen Abstimmung und Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion steige ständig. Der Wohnbauforschungstag richtete daher das Augenmerk auf die Entwicklung gemeinsamer Lösungen über formale Verwaltungsgrenzen hinweg. Keynote Sprecherin war Nicole Schelling, Regionaldirektorin Verband Region Stuttgart, wo eine vergleichbare Situation herrscht. (JK)


Pressekonferenz der Bürgerinitiative “Steinhof gestalten” am 30.11.2017

Die Stadtregierung mache einen schwerwiegenden Fehler, indem sie noch immer nicht in der Lage sei, ein sinnvolles Nachnutzungskonzept für das Areal vorzulegen, obwohl sie ein solches mittlerweile seit Jahren verspricht, so Dr. Gernot Rainer, der vom KAV unsanft aus seiner Tätigkeit auf der Pulmologie des OWS entfernt und wegen Aufmüpfigkeit mundtot gemacht werden sollte, die Medien haben darüber berichtet. Gerade in einer Zeit des demographischen Wandels (2020 werden 26% der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein) würden dringend Pflegewohnhäuser, Palliativstationen, Rehabilitation und Hospize benötigt. Außerdem würden psychische Erkrankungen beängstigend zunehmen, für Berufsunfähigkeit seien sie mittlerweile bei einem Drittel die Ursache. Mit dem OWS sei die Stadt Wien im Besitz eines einzigartigen Standorts, dessen Rahmenbedingungen hervorragend für die Erhaltung und Wiedererlangung der Berufsfähigkeit geeignet wäre. Mit einem flammenden Appell wandten sich die Initiatoren, Christine Muchsel, Wolfgang Veit mit Prof Berndt Lötsch an die zuständigen Politiker, hier endlich tätig zu werden, bevor es zu spät wäre. Die Fällung des Föhrenwäldchens bei der Pathologie und die fortschreitende Wohnverbauung zeige das Unverständnis für die Erhaltung dieses wichtigen Grünraums und sei ein Verbrechen an der historischen Bausubstanz. (JK)


Kärntner erobern Wiener Immobilienmarkt

Nach Hans Knauß versucht sich mit Rainer Schönfelder nun ein weiterer Ex-Skistar im lukrativen Immobilienbusiness.

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Fachdebatte: “Was bedeutet öffentliches Interesse an der Stadt”

Die Fachdebatte “Stadt finden” in Kooperation mit der Kammer der Ziviltechniker in den Räumen der Volksanwaltschaft am 13.November 2017 stieß auf großes Interesse und fand auch in den Medien (derStandard, 17.November 2017, Wiener Zeitung 14.November 2017) große Beachtung.

“Seit 40 Jahren habe die Volksanwaltschaft die Aufgabe, Sachverhalte, die mit Raumordnung, Stadtplanung und Flächenwidmung zu tun haben, zu prüfen und darüber nachzudenken, sagt Volksanwältin Dr. Gertrude Brinek”. Es dürfe hier nicht das Recht des Stärkeren gelten. Kritisch wurden die Projekte “Danube Flats” und Heumarkt beleuchtet. Die derzeitige Rolle des Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung in Wien wird hier sehr deutlich hinterfragt. Die Beiräte würden zu spät und nur oberflächlich informiert, auch sollte es eine Verpflichtung zur Planungsenthaltung während der Dauer ihrer Berufung geben, um etwaige Interessenskonflikte im Vorfeld auszuschließen, meinte Architektin DI Hemma Fasch, selbst langjähriges Mitglied des Fachbeirats. Städtebauliche Verträge zwischen Investoren und der Stadt müssten transparent und öffentlich einsehbar sein. Änderungen von Flächenwidmungen sollten einem Planungsverfahren vorangehen und nicht umgekehrt. Ob die Volksanwaltschaft die Flächenwidmung im Falle des Heumarkprojekts anfechten würde, sei noch offen. (JK)


22.November 2017: “Denkmalschutz in der Praxis”, Vortrag MMag. Dr. Erika Pieler im Ahnensaal des BDA

Als 5.Teil der Veranstaltungsreihe “Kulturgüterschutz konkret” der Donau-Universität Krems interviewte Dr. Paul Mahringer, Leiter der Abteilung für Inventarisierung im Bundesdenkmalamt Frau Dr. Erika Pieler, Richterin im Bundesverwaltungsgericht, zuständig für Denkmalfragen. Drei Richter seien für diese Materie zuständig, es gäbe etwa 60 Verfahren pro Jahr. Früher wären Denkmalfragen reine Verwaltungsverfahren gewesen mit dem Kulturminister/der Kulturministerin als Berufungsinstanz. Als das Gericht entstand, waren noch etwa 200 Berufungsverfahren unerledigt, sie reichten zT bis in die 1990er Jahre zurück. Die Unterschutzstellung eines Denkmals erfolge weiterhin durch das BDA, bei Beschwerden entscheide jetzt aber ein unabhängiges Gericht. Die Verfahren seien damit aufwändiger geworden, Fachgutachten hätten mehr Gewicht bekommen. Hauptgewicht läge zwar nach wie vor auf Unterschutzstellungsverfahren, Verfahren, die die Veränderung eines Denkmals betreffen, nehmen aber zu. Da diese “Abwägungsverfahren” wären, müsse hier besonders gut argumentiert werden. Die Erlaubnis zur Veränderung eines Denkmals durch das BDA wäre früher die Ausnahme gewesen, jetzt scheine man hier eher “freundlich” zu sein, was gelegentlich den Denkmalschutz zu untergraben drohe. Die Diskussion konnte noch bei einem Glas Wein im Anschluss an die Veranstaltung fortgeführt werden. (JK)


Assinger: “Sport-Infrastruktur in Österreich ist unter aller Sau!”

Armin Assinger nimmt sich bekanntlich kein Blatt vor den Mund. Der Ex-Skistar fand klare Worte zur Sportpolitik in Österreich.

Die Internationale Bauausstellung im Donaufeld

Am Mittwoch, 18. Oktober 2017 fand am Begegnungsort beim Info-Container eine Feldvorlesung zur Rolle der Internationalen Bauausstellung im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld statt. Es sprachen Prof. Rudolf Scheuvens, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien und Mitbegründer des Büros RAUMPOSITION und Kurt Hofstetter, stv. Koordinatior der IBA_Wien 2022 über die Herausforderung, leistbaren und kostengünstigen Wohnbau mit der Schaffung vielfältiger, urbaner und gemischter, sozialer Quartiere zu verknüpfen.

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Was passiert nun wirklich am Karlsplatz?

Am 29.Juni 2017 endete die öffentliche Auflage des Plandokuments 8190 für die Umwidmung am Karlsplatz, Planungen für die Neugestaltung des “Wien Museums” waren bereits davor präsentiert worden. Eher weniger beachtet betrifft die geplante Umwidmung aber auch die Aufstockung des Winterthur Hauses, Sitz der Zürich Versicherung, neben der Karlskirche, was seit Monaten zu heftigen Protesten führte. Noch ist der neue Flächenwidmungsplan nicht im Gemeinderat beschlossen, es regen sich aber jetzt Zweifel, was nun kommt. (Kronenzeitung, Sonntag 29.Oktober 2017, S 26: “Karlsplatz droht Super-GAU”). Das Wien Museum scheint in ewiger Planung stecken zu bleiben, “auch das Rathaus tappe im Dunkeln”. Man führe derzeit “vertiefende Untersuchungen” durch. Finanzierungsvarianten müssten erst bewertet werden. Sollte die Widmung im Gemeinderat beschlossen werden, könnte es durchaus sein, dass das Winterthur Haus aufgestockt (“zu einem hässlichen Furunkel aufgetürmt”) wird und die Planung für das Wien Museum weiter auf Eis liegt. So könnte der schlimmste Albtraum für den Karlsplatz in greifbare Nähe rücken, die barocke Karlskirche wäre für immer verschandelt. (JK)


Darf ein wesentlicher Akteur der Wiener Stadplanung für seinen Verein in Afrika hohe Geldspenden von Immobilienentwicklern annehmen?

Die Wellen gehen wieder einmal hoch und die Optik ist nicht die beste.  Hat es für Spenden namhafter Immobilienplayer in Höhen von €100.000 und €300.000 irgendwelche Gegenleistungen seitens der Stadtplanung gegeben? Die glühende Verteidigung des umstrittenen Heumarktprojekts seitens der grünen Rathausfraktion, vertreten va durch Maria Vassilakou und Christoph Chorherr, ließ diesen Verdacht aufkommen. Chorherr verteidigt sich, “er hätte niemals irgendjemanden ungerechtfertigt begünstigt”. Auch die Stadt Wien hat für das Schulprojekt von Christoph Chorherr mehr als €100.000 an Förderungen gegeben, nur einmal hat sich Chorherr wegen Befangenheit der Abstimmung darüber ferngehalten. In einer Pressekonferenz mit großer Medienbeteiligung wurde am 28.Oktober 2017  in der RA Kanzlei List die Sachverhaltsdarstellung zur “Causa Chorherr” präsentiert, die an die Korruptionsstaatsanwaltschaft übermittelt wurde. (JK)


Wiener Eislaufverein feiert seinen 150. Geburtstag – wie wird es in Zukunft weitergehen?

Publikumsliebling Otto Schenk, selbst 1984 bis 1999 Präsident des Vereins, jetzt Ehrenpräsident, erinnert sich gerne (derStandard, 21./22. Oktober 2017). Einzigartig auf der Welt sei so ein großer Eislaufplatz in mitten einer Stadt. Die Verkleinerung durch den Bau des Hotels Intercont war zwar in den 1960er Jahren ein großer Schmerz, den habe man aber überlebt. Er hoffe, der Platz würde auch beim nächsten Umbau nicht viel kleiner, aber vielleicht einladender.

Dass die Freilufteisfläche bei Realisierung des derzeit geplanten “Besonderen Projekts” zwangsläufig kleiner würde, steht leider jetzt schon fest. Statt der vom WEV immer geforderten Beibehaltung von 6.000m² Eisfläche spricht man jetzt nur mehr von 5.750m², wobei 625m² davon auf den Gehsteig Lothringer Straße verlagert werden sollen. Dafür müsste die Fahrbahn um etwa 10m in Richtung Innere Stadt verlegt werden, zumindest zwei große schützenswerte Bäume müssten dazu gefällt werden. Auch rechtliche Fragen tun sich in diesem Zusammenhang auf. Wieso kann ein Gehsteig, derzeit im außerbücherlichen Eigentum der Stadt Wien, vom Investor “vermietet” werden? Proteste gegen diese “Neugestaltung” reißen nicht ab, noch ist nicht das letzte Wort gesprochen. (JK)


“Österreich – und jetzt?” Vortrag Andreas Unterberger im “Klub logischer Denker” am 18.Oktober 2017

Der Termin war längst ausgemacht gewesen, als noch kein Wahltermin für die Nationalratswahl feststand, umso spannender waren die Ausführungen des “journalistischen Urgesteins” Andreas Unterberger, ehemaliger Chefredakteur von Presse und Wiener Zeitung. Die wachsende Demokratiemüdigkeit im Land mache ihm Sorge, immer mehr höre man den beunruhigenden Wunsch nach einem “starken Mann”. Die Menschen seien frustriert, nur alle fünf Jahre ihre Stimme (im wahrsten Sinne des Wortes) “abzugeben”. Für Vorzugstimmen wäre die Information sehr mangelhaft, in Südtirol gäbe es da ein besseres System, man könne dort “Menschen ” wählen und nicht nur Parteien. Das Mehrheitswahlrecht, wie es in Großbritannien geübt wird, hätte auch Mängel, aber es gäbe weniger Blockaden. Seine Hoffnung wäre der Ausbau der direkten Demokratie, davor hätten die Parteien bei uns aber Angst, die Bürger könnten “falsch” abstimmen. Würde das jedoch so ausgefeilt durchgeführt, wie in der Schweiz, sei das ein gutes System, das Volk bei Sachfragen tatsächlich einzubinden. Der historische Erdrutsch der Nationalratswahl kam auch zur Sprache. Arbeiter hätten nur zu 19% SPÖ gewählt, zu 15% ÖVP und zu 59% FPÖ. Maturanten und Uniabsolventen hätten zu 32% ÖVP gewählt, zu 31% SPÖ und zu 7% FPÖ.

Es war ein interessanter Abend, am 8.November spricht Stephan Schulmeister über die “Neoliberale Gegenreformation 1944-1992″. Ort: Cafe Benno, 1080, Alserstraße 67, 19 Uhr. (JK)


Wolfgang Zinggl, ehemaliger Kultursprecher der Grünen, jetzt “Liste Pilz”: Wer schützt unser Kulturgut? “Was ich im parlamentarischen Ausschuss gerne besprochen hätte”

Als aktivster oppositioneller Kultursprecher der Grünen hätte er seit 2000 “bereits vier Kulturministern auf die Finger geschaut”. Nach dem Streit innerhalb der Grünen um das Hochhaus am Heumarkt kandidiert er jetzt für die “Liste Pilz”. ÖVP und SPÖ verwehrten ihm aus diesem Grund die Teilnahme an den letzten Sitzungen des von ihm selbst ins Leben gerufenen Ausschusses, der sich mit der Kritik an der Tätigkeit des Bundesdenkmalamts befassen sollte.

In einer Pressekonferenz legte er die Problematik vieler unverständlicher Entscheidungen des BDA dar, es scheint da oft mit zweierlei Maß gemessen zu werden. Übermächtigen Netzwerken aus Wirtschaft und Politik werde zu sehr nachgegeben, wobei die Erhaltung wertvoller Natur- und Kulturgüter auf der Strecke bliebe.

Gefährdete Objekte sollten (wie gefährdete Tierarten) in einer Art “Roten Liste” öffentlich bekannt gemacht werden und die engagierte Zivilgesellschaft müsse viel stärker eingebunden werden. (JK)


Volleyball-Legende Kleinmann: “Österreich ist kein Sportland”

Der als Spieler, Trainer, Manager und Verbandschef erfolgreiche Peter Kleinmann hat sich in seiner langen Karriere nie ein Blatt vor den Mund genommen. Zum Abschied als Volleyball-Präsident redet der Wiener noch einmal Klartext. Continue reading

Rathauskorrespondenz 29.8.2017: Grüne wollen niedrigere Hürde für Petitionen – ob das das “Kraut fett macht”?

Ganz so glücklich dürfte man mit dem 2013 mit Pomp und Trara eingeführten Wiener Petitionsgesetz doch nicht sein. Laut Rathauskorrespondenz wurden bisher 64 BürgerInnenanliegen “behandelt”, die meisten davon, wie auf der HP des Ausschusses nachzulesen ist, ohne Ergebnis “beendet”. Die Begeisterung der Bürgerinnen, die sich das mühsame Unterfangen angetan haben, ein Anliegen vorzubringen, sind frustriert und würden das nicht mehr tun, wie aus Medienberichten kürzlich zu entnehmen war. Die Zahl der Anträge ist auch zurückgegangen.  Daran wird auch eine Senkung der notwendigen Unterschriftenzahl, die auch in “Wien Heute” von der derzeitigen Vorsitzenden des Petitionsausschusses, Jennifer Kickert, gemeldet wurde, nichts ändern. Die Einreichung einer solchen Petition fällt leider eher unter “Bürgerbeschäftigung“, mit einer wirklichen Beachtung von Bürgerwünschen und deren Lösung hat der Ausschuss nichts zu tun. (JK)


Buchtipp: “Blau-Gelb ist mein Herz”

Der First Vienna Football Club ist seit seiner Gründung im Jahr 1894 eine Institution des Wiener Fußballs. 

Bislang fehlte jedoch eine umfangreiche Darstellung der Geschichte des ältesten Fußballklubs Österreichs und sechsmaligen österreichischen Meisters.
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