“Frisches Gemüse aus der Region Wien”

Die Rathauswerbebroschüre “Mein Wien”, Mai 2017, die an alle Haushalte verteilt wird, lobt mit einem Foto von Stadträtin Sima den Gemüseanbau in Wiener Gärtnereien. So schaffe man Arbeitsplätze und kurze Transportwege würden die Umwelt schonen. Dass man gleichzeitig in Floridsdorf diese Gärtnereien wegen großflächiger Wohnbauprojekte im Donaufeld gerade abschafft, wird verschwiegen. (JK)


Flächenwidmung Donaufeld in der öffentlichen Auflage

Nach längeren engagierter und auch kontroverser öffentlicher Diskussion und drei Jahren Bürgerbeteiligung ist nun die neue Flächenwidmung für das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld in der öffentlichen Auflage.  Bis 8. Juni 2017 besteht die Möglichkeit einer Stellungnahme zum Entwurf für den ersten Teil westlich der Dückegasse.

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Fachleute der Architektur- und Kulturszene protestieren gegen die geplante Umwidmung des Heumarktareals und fordern eine Annulierung der für 1.Juni 2017 geplanten Abstimmung im Gemeinderat

Aus Anlass der für Mittwoch, 10.Mai 2017 angesetzten Sitzung des Planungsausschusses des Wiener ‘Gemeinderats luden heute prominente Exponenten der Architekturszene und Vertreter zahlreicher Kulturorganisationen zu einer Pressekonferenz. Bereits 1964 war das damals errichtete Hotel Intercontinental als “Masse ohne Maß” bezeichnet worden, es jetzt doppelt so groß neu errichten zu wollen, sei eine stadträumliche Bruchlandung in der Ringstraßenzone. Continue reading


Causa Heumarkt: Erbitterte Debatten im Gemeinderat am 4. und 5. Mai 2017

Bereits beim von den NEOS verlangten Sondergemeinderat (§21 Abs 4 WStV) am 4. Mai kam es zu einem heftigen Schlagabtausch der Projektbefürworter und der Projektgegner. So könne keine Stadtplanung stattfinden, äußerte GRin Meinl Reisinger gleich im Eröffnungsreferat heftige Kritik über die Vorgangsweise beim Heumarktprojekt. Wären früher die Grünen immer für die Mitsprache der Bevölkerung bei Investorengroßprojekten eingetreten, hätten sie das jetzt völlig vergessen. Der mögliche Verlust des Welterbeprädikats durch das umstrittene Bauprojekt sei eine kulturpolitische Frage, mit Unterzeichnung der Welterbekonvention hätte sich Österreich verpflichtet, die Welterbestätten auf seinem Territorium zu schützen. Sollte der Verlust dieser Auszeichnung drohen, müsste zumindest die Bevölkerung gefragt werden, fordern die NEOS. Continue reading


Dauerbrenner Anlasswidmung am Heumarkt: “Was geschieht mit den 600 Stellungnahmen aus der Bevölkerung?”

Für 1.Juni 2017 ist die Beschlussfassung des Gemeinderats zu der umstrittenen Umwidmung des Heumarktareals (PD 7984) angesetzt. Es handelt sich um eine von einem Investor gewünschte Anlasswidmung, der neue Entwurf des Plandokuments ist genau auf die Kubaturwünsche des Bauwerbers zugeschnitten. Wie von der Wiener Bauordnung vorgesehen, kann sich die Wiener Bevölkerung während der gesetzlich vorgesehen Auflagefrist mit Stellungnahmen dazu äußern. Laut MA 21 haben das etwa 600 Leute getan. Einige der Stellungnahmen stammen von anerkannten Fachleuten, zB aus dem Bereich Architektur, und wurden auch öffentlich gemacht. Continue reading


“Was der Osterhase unseren Projektentwicklern bringt”

In der online Version der ”Presse” vom 20.Dezember 2016 gab es unter Leben/Lebensstil/Kolumne zum Tag einen erfrischenden Beitrag von Wolfgang Freitag mit dem Titel: “Was das Christkind unseren Projektentwicklern bringt”. Da dieser Text nichts an Aktualität eingebüßt hat, soll hier “österlich” daran erinnert werden. Continue reading


“Stadtgeflüster – laut gedacht” hochkarätig besetzte, spannende Podiumsdiskussion zum Heumarktprojekt

Die Fachschaft Architektur der Wiener TU lud am 4.April 2017 zu diesem heißen Thema zu einer Podiumsdiskussion, um den Studenten und Studentinnen eine “Information aus erster Hand” zu bieten. Das Interesse war enorm, der Hörsaal war bis zum letzten Stehplatz gefüllt.

Moderiert von Albert Kirchengast, ETH Zürich, diskutierten Nott Caviezel, Denkmalpflege, Christian Kühn, Studiendekan für Architektur, TU Wien, Christoph Luchsinger, TU Wien, Erich Raith, TU Wien und Andreas Vass, Österreichische Gesellschaft für Architektur. Christian Kühn, auch mit zahlreichen kritischen Beiträgen zum Thema Stadtplanung in der “Presse” bekannt, bezeichnete sich nicht als Gegner sondern als Kritiker des viel zu hohen und zu voluminösen Projekts, man habe verabsäumt 2013 die “Reißleine” zu ziehen, als klar war, dass aus den Vorgaben kein gutes Ergebnis zu erzielen wäre. “Auch wenn viele Köche beteiligt gewesen seien und dann eine versalzene Suppe rauskomme, müsste man sie eben wegschütten”. Die Stadt habe sich vom Investor treiben lassen. Christoph Luchsinger sieht das naturgemäße anders, er war Verfasser des neuen Hochhauskonzepts und Moderator für Stadt und Investor in der 2016 verordneten Nachdenkphase. Obwohl er keine Bewertung des Projekts wegen Befangenheit vornehmen wollte, verteidigte er die wenig konkreten Vorgaben des Masterplan Glacis und des Hochhauskonzepts. Im Gegensatz dazu forderte Andreas Vass solche Vorgaben ein, es müsse Normen geben, man könne nicht alles mit ”Aushandlungsprozessen” lösen. Viel Diskussion gab es auch um den nun doch geplanten Abriss des Hotel Intercont. Die einmalige Chance, nun diese aus der Zeit verständliche “Fehlplanung” zu korrigieren, werde vertan, indem man das Hotel nun größer und klobiger in der selben Art nachbauen wolle. “Wien mache sich damit zum Vollidioten”, so Kühn. Otto Kapfinger meldete sich aus dem Publikum zu Wort, der Investor habe immer gewusst, was er dort wolle. Dass das Hotel nicht zu sanieren wäre, hätte jeder gewusst, der sich die Bausubstanz näher angeschaut hätte. Trotzdem hätte man das Weinfeld Projekt zum Sieger erklärt. (JK)


Komet – Revision angenommen

Die vom Komet RA eingebrachte außerordentliche Revision wurde vom VwGh angenommen. Der VwGh fordert die MA37 und die HPD-Holding auf, binnen 6 Wochen eine Revisionsbeantwortung einzubringen und ggf. binnen 3 Wochen eine Stellungnahme zur Zuerkennung einer aufschiebenden Wirkung. Die Zuerkennung einer aufschiebenden Wirkung könnte das Baubewilligungsverfahren aus 2016, bzw. die Betriebsanlagengenehmigung unterbrechen. Die Annahme der Revision ist nicht als Hinweis auf die Entscheidung des VwGh zur Sache an sich zu sehen, aber ein Erfolg.
GC


Otto Wagner Spital am Steinhof als Regiekonzept für Richard Wagners Parsifal an der Wiener Staatsoper

Fasziniert von der Spitalsanlage am Steinhof verlegte der lettische Regisseur Alvis Hermanis die Handlung der neuen Parsifal Inszenierung der Wiener Staatsoper in die Zeit um 1900 als Wien ein besonderes Zentrum für Kunst und Wissenschaft war. Wien war damals das, was “Silicon Valley für das 21.Jahrhundert ist” so der Regisseur im Gespräch für das Programmheft.

Umso bedauerlicher ist es, dass die Wiener Stadtregierung die Bedeutung dieses weltberühmten Kulturerbes noch immer nicht erkennt und die Erhaltung dieser einmaligen Jugendstilanlage derart vernachlässigt. (JK)


OTS0116 vom 14.3.2017: AUFRUF: STOPP DES WIDMUNGSVERFAHRENS AM HEUMARKT

In einem offenen Brief wendet sich die Österreichische Gesellschaft für Architektur (ÖGFA)  an BM Häupl, VBin Vassilakou, Minister Drozda und Bundespräsident van der Bellen. “Seit vier Jahren argumentiere die kritische Fachöffentlichkeit Wiens in nie dagewesener Breite in detaillierten Analysen und öffentlichen Stellungnahmen, warum die von der Wertinvest-Gruppe vorgeschlagene Projektentwicklung am Wiener Heumarkt im Widerspruch zu den Grundsätzen einer sozial und stadträumlich nachhaltigen Planungspolitik stehe. Die Genehmigung der auf diesem Projekt aufbauenden Umwidmung wäre nicht nur ein verfehltes Signal im Sinne neoliberaler Anlasswidmung sondern darüber hinaus eine inakzeptable Weichenstellung Richtung Ausverkauf des Stadtzentrums (..) an die Immobilienwirtschaft.” Ein sofortiger Stopp des Umwidmungsverfahrens und ein Neustart mit Revision des Projekts unter Einhaltung der Auflagen der UNESCO wird gefordert. Der Aufruf ist von einer langen Liste namhafter Kunstschaffender Österreichs und maßgeblicher Vereine, wie Architekturstiftung Österreich, DOCOMOMO Austria, ICOMOS AUSTRIA, Österr. Gesellschaft für Denkmal- und Ortsbildpflege ua. unterzeichnet, man darf die Hoffnung nicht aufgeben, dass er doch noch von den politischen Entscheidungsträgern gehört wird. (JK)


Heumarkt Projekt findet auch in internationalen Medien Beachtung: FAZ (4.2.2017) “Selbstzerstörung einer Kulturstadt”

Nicht nur die österreichischen Medien berichten über das geplante Monsterbauprojekt neben dem Wiener Konzerthaus. “Wien will sich mit einem Hochhausprojekt ´zukunftsfit´ machen und gibt dafür sein Weltkulturerbe preis” lautet der Untertitel in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 4.Februar 2017. Das Projekt würde als “offensive Stadtreparatur” verniedlicht, wobei man die Erklärung schuldig bliebe, welche sanierenden oder aufwertenden Effekte von Großprojekten im historischen Kontext ausgingen. Es wurde ein zweistufiger Architekturwettbewerb abgehalten, der – wenig überraschend – keinerlei Rücksichtnahme auf das Weltkulturerbe verlangte. Die am Projekt beteiligten Architekten und Planer, der Investor oder auch Wiens Tourismusdirektor betonen nun schon vorsorglich, dass die Stadt Wien das Weltkulturerbe gar nicht brauche – ja geradezu ein Hemmschuh von ihr abfallen würde. Diese frohlockende Feststellung könne man nur als Drohung verstehen. (FAZ, 4.Februar 2017, S 11. Autor: Reinhard Seiss)


Entscheidung über Hochhausprojekt am Heumarkt tritt in die heiße Phase: Wird der Investor die von ihm gewünschte Umwidmung im Gemeinderat durchsetzen können?

Gegner und Befürworter dieses riesigen Spekulationsprojekts im der Kernzone des Weltkulturerbes “Wien Innere Stadt” machen derzeit mobil. In einer Bürgerversammlung am 2o.Februar 2017 ernteten die Projektbetreiber, die wie immer versuchten mit lieblichen Renderings das “besondere Projekt ” schönzureden, heftigen Protest von den etwa 300 erschienenen Bürgern und Bürgerinnen. Künstler aus allen politischen Parteien rufen inzwischen zum Protest auf, mehrere neue Petitionen wurden gestartet, um diesen riesigen Baublock auf dem Eislaufverein Gelände zu verhindern. Continue reading


ZIVILTECHNIKERINNEN stellen Denkmäler in ein neues Licht und gestalten die Zukunft

Begleitet von einer sehenswerten Wanderausstellung fand im Palais Epstein am 16.Februar 2017 eine interessante Podiumsdiskussion zum Thema “Denkmalschutz weltoffen und progressiv” statt. Unter der sachkundigen Moderation von Gabu Heindl kamen Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamts, Gabriele Eschig, Generalsekretärin der österreichischen UNESCO Kommission und eine Reihe von jungen Architektinnen und Architekten zu Wort. Einhellig wurde betont, dass “dem Bauen im Bestand” in Zukunft viel mehr Bedeutung beigemessen werden sollte. Continue reading


Was haben Steinhof, der Heumarkt, der Karlsplatz und Donaufeld gemeinsam?

Was dort an Umwidmungen und Planungen abläuft, wird alles “unter der Tuchent” ausgemacht, man redet zwar immer von der Einbindung der Bevölkerung, diese ist aber nur eine Farce. “Man tut nur so” als ob man den Wienern und Wienerinnen zuhört. Längst ist im Vorfeld alles ohne jegliche Transparenz gelaufen. Die Baumfällungen in Steinhof sind da nur ein krasses Beispiel, man spricht jetzt vom endlich erfolgten “Baustart für leistbare Wohnungen” (OTS0105), man hätte sich eben FÜR die künftigen Bewohner entschieden. Wen interessiert Denkmalschutz, Ensembleschutz, ICOMOS, lauter “Gestrige” kommen immer mit solchen Argumenten. Continue reading


Bäume am Steinhof müssen für Wohnbau weichen

Rodung am SteinhofIn tiefer Trauer geben wir die Rodung der Bäume am Steinhof bekannt. Das ist ein harter Schlag gegen das Kultur- und Naturerbe Wiens und auch gegen die partizipative Demokratie, aber wir werden uns mit ganzer Kraft für die Wiederherstellung all dieser Qualitäten unserer Stadt einsetzen! Continue reading