Offener Brief der BI “Pro Heiligenstadt” an Vizebürgermeisterin Vassilakou

Sehr geehrte Frau Vizebürgermeisterin,

dank des engagierten Döblinger Bezirksrates Dr. Heinz Hieber, Klubobmann der Grünen, wurde im Vorjahr endlich ein alter Vorschlag unserer Bürgerinitiative aufgegriffen. Am 1. März 2012 berichtete sogar die “Krone” über unseren Kampf um den Schutzweg für Senioren auf der Hohen Warte. Die von der Bürgerinitiative “Pro Heiligenstadt” geäußerte Befürchtung, wonach der einstimmige Beschluss der Bezirksvertretung noch lange nicht bedeuten muss, dass der Schutzweg tatsächlich kommt, hat sich leider bewahrheitet. Wir kennen ja unseren fintenreichen Bezirksvorsteher Adolf Tiller …

Fast ein Jahr danach wurde uns der ablehnende Bericht der MA 46 zugespielt. Darin ist von einem verkehrsbehördlichen Ermittlungsverfahren die Rede, das angeblich durchgeführt wurde. Aus dem Ergebnis zieht die Magistratsabteilung für Verkehr folgenden Schluss:

“Seitens der MA 46 sind derzeit keine Maßnahmen zu setzen.”

In Anlehnung an Winston Churchills legendäres Zitat über Statistiken könnte gesagt werden: “Wir glauben nur jene Verkehrszählungen, die wir selbst gemacht haben”. Eine Verkehrszählung in der Nähe eines Seniorenwohnhauses ist klarerweise vom Wetter und von der Tageszeit abhängig. Das vorliegende Ergebnis ist daher fragwürdig und mit Vorsicht zu genießen. Jeder Ortskundige weiß genau, dass die Hohe Warte im Bereich des Setagaya Parks besonders bei Schönwetter gern von Senioren als Spazierweg genutzt wird. Der gefährliche Übergang Gallmeyergasse ist oft gut frequentiert, auch von Menschen mit Gehhilfen. Auf jeden Fall um einiges mehr als der Schutzweg etwas weiter unten in der Gallmeyergasse, der allerdings ebenso seine Berechtigung hat.

Bezirksvorsteher Adolf Tiller verfügt bekanntlich über beste Kontakte zu den Magistratsabteilungen der Stadt Wien. Dies ermöglicht ihm, die Umsetzung ungeliebter Beschlüsse, denen die ÖVP nur widerwillig zustimmt, mit allen möglichen Tricks (z. B. Alibi-Verkehrszählungen) auf den Sankt Nimmerleinstag hinauszuzögern oder gar zu verhindern.

Im aktuellen Fall geht dies leider auf Kosten der Sicherheit (betagter) Fußgänger. Kein Argument ist jedenfalls der zynisch klingende Hinweis der MA 46 darauf, dass in einem Beobachtungszeitraum keine Fußgängerunfälle registriert wurden. “Gott sei Dank!”, kann man dazu nur sagen. Muss wieder erst ein Unglück passieren, bis etwas geschieht, wie auf dem Schutzweg auf der Döblinger Hauptstraße? Viel zu spät wurden dort weitere Investitionen getätigt, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Die neuerliche Verhinderungsstrategie ist nicht nachvollziehbar und in höchstem Maße unverantwortlich!

Mit besten Grüßen von der Hohen Warte

Michael Jungwirth
PRO HEILIGENSTADT, Mitglied der neuen Initiativen-Plattform bürgerPROtest