Bericht: 250 Menschen bei Gedenkkundgebung in der Donaucity

Gedenkkundgebung Foto Juen

Organisationsplattform & Sprecher – Foto: Martin Juen

Kundgebung am 12. März in der Donaucity: 250 Menschen gedenken der Opfer des Nationalsozialismus

Am 12. März 2013 folgten trotz winterlicher Temperaturen 250 Menschen dem Kundgebungsaufruf eines Bündnisses aus allen politischen und weltanschaulichen Lagern vor die Donaucitykirche. Anlässe waren der 75. Jahrestag der nationalsozialistischen Machtübernahme in Österreich und das Festhalten an Abgeordneten mit einem bedenklichen Verhältnis zur NS-Terrorherrschaft – wie Martin Graf: Er ist Obmann der FPÖ-Donaustadt, die die Benennung einer Straße nach Anne Frank ablehnt. Und er bleibt Mitglied der Burschenschaft Olympia – Wo ein Sänger von Texten wie “bei 6 Millionen Juden, da fängt der Spaß erst an” auftrat. In diesem Sinn betonte Heidi Sequenz von der überparteilichen Plattform 12.März zu Beginn die Bedeutung der Verbindung von historischem Gedenken und Auftreten gegen heutigen Rechtsextremismus.

Die RednerInnen spiegelten die Breite des Bündnisses und das Bemühen um eine Verknüpfung von damals und heute wider:

Pater Albert Gabriel (Pfarre Donaucity) erinnerte an die Ermordung behinderter Kinder, Friedl Garscha (Wiener KZ-Verband) forderte angesichts vieler Mittäter in Österreich eine stärkere Würdigung mutiger Menschen im Widerstand. Ein herausragendes Beispiel würdevollen Umgangs mit den Opfern des millionenfachen Massenmords an Jüdinnen und Juden präsentierte Elisabeth Ben David Hindler durch ihre Vorstellung des Vereins Steine der Erinnerung. Den NS-Bildhauer Wilhelm Frass und die Ablehnung eines kritischen Umgangs mit seinen Werken durch die FP-Floridsdorf thematisierte Cécile Cordon (Autorin, ehem. GR). Nach einer Analyse von Defiziten in der Aufarbeitung der Vergangenheit durch den Schüler_innenvertreter Georg Högelsberger fragte Dora Schimanko, die als Kind von den Nazis vertrieben wurde, in Anspielung auf den FPÖ-Burschenschafterball: Ist das das Land, das wir wieder aufbauen wollten, in dem Rechte unter dem Schutz einer zugelassenen Partei in der Hofburg tanzen? Und Albrecht Konecny (ehem. NR, BR, Europa-Abgeordneter), der 2011 am Rande des damaligen “WKR”-Balls von einem rechten Schläger attackiert wurde, machte klar: Wenn Freiheitliche wie Martin Graf die un-geistige Haltung des Nationalsozialismus fortsetzen, muss jeder entscheiden, wo er steht!

Für einen würdigen Rahmen sorgten Hannes Guschelbauer und Janina Schedy mit jiddischer Musik.

Video-Mitschnitt

Fotos:
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