“Sportstadt Wien” ist leider nur ein Schmäh

Sport

Immer weniger Menschen in Österreich betreiben Sport. Jetzt ruft der ORF mit der Initiative “Mach Dich fit – ich mach mit” zu mehr Bewegung auf. Dieser Aufruf ist gut gemeint, doch den wenigsten Menschen in der selbst ernannten und längst ad absurdum geführten “Sportstadt Wien” steht eine Sportstätte zur Verfügung. Im Bezirk Döbling (rund 69.000 Einwohner) gibt es keinen einzigen öffentlich zugänglichen Sportplatz!

Seit Jahren läuft die Propagandamaschinerie des Rathauses mit dem Schmäh von der “Sportstadt Wien” auf Hochtouren. Schon die ehemalige Sportstadträtin Grete Laska sorgte (mit Steuergeld) dafür, dass den Wienerinnen und Wienern eine heile Welt des Sports in ihrer Stadt vorgegaukelt wird.
Die Realität sieht freilich nicht so rosig aus. Für die vereinsunabhängige Sportausübung stehen kaum Plätze zur Verfügung, weil jedes freie Fleckerl verbaut werden soll. Vielen Menschen wird es deshalb zu eng in dieser Stadt. Sie flüchten bei jeder Gelegenheit in ihre Wochenendhäuser im Grünen, wodurch zusätzlicher Verkehr entsteht. Familien ohne Zweitwohnsitz auf dem Lande müssen das bescheidene Angebot an Sportplätzen nützen, so gut es eben geht. Für die meisten fußballbegeisterten Kinder, die keinem Verein angehören, heißt das, in sogenannten Käfigen zu kicken. Eine Sportstadt sieht anders aus …
Wir fordern daher ein Umdenken in der Sportpolitik mit folgenden Maßnahmen:
•Keine weitere Verbauung bestehender Sportanlagen.
•Schaffung von frei zugänglichen Bolzplätzen in Zusammenarbeit mit Bezirken, Sponsoren, ÖFB und Vereinen, nach deutschem Vorbild.
•Öffnung der Schulsportanlagen an Wochenenden und in den Ferien, nach skandinavischem Vorbild.
Michael Jungwirth
PRO HEILIGENSTADT