Hochhausprojekt Komet: Nächtliche Abbrucharbeiten behördlich gestoppt!

Vor rd. zwei Wochen begannen die Vorbereitungen zum Abriss des ehemaligen Komet-Hauses in Wien/Meidling. Nun sorgen lärm- und staubintensive nächtliche Abbrucharbeiten für schlaflose Nächte, Ärger und Kopfschütteln bei den Anrainern. Offensichtlich sind diese Arbeiten gar nicht genehmigt.

Es gab KEINERLEI Bewilligung für nächtliche Abbrucharbeiten heißt es aus der MA36 (=Bewilligung für Nachtarbeiten). Der dem Abbruchunternehmen vorliegende Bescheid der MA 46 (Straßenverkehr) reicht hier nicht aus.

Es muss bei der MA 36 ein Ansuchen gestellt werden. In der Folge wird die MA 22 mit dem Amtssachverständigen angefragt, ob die Lärmbelastung den Anrainern zumutbar ist und abgewogen, ob es wirklich notwendig ist. Dieser amtliche Vorgang dauert mindestens zwei Wochen.

Die MA36 untersagte nun die Nachtarbeit, jedenfalls bis zur Klärung der Angelegenheit mit der beauftragten Abbruch-Firma, andernfalls würde die sich strafbar machen.

Aus der MA 46 heißt es: Es ist sehr fraglich, dass der Abbruch der Frontfassade zur Schönbrunner Schloßstrasse hin, BEI TAG genehmigt wird, weil dazu ein bis zwei Fahrspuren gesperrt werden müssten und die Westeinfahrt schon jetzt oft Staus “bis Auhof hinaus” aufweist.

Abrisstechnisch wesentlich einfacher und auch weniger verkehrsbehindernd wäre es gewesen, zuerst das Nebengebäude des Komet-Hauses abzureissen. Dazu hätte der Bauwerber noch zuwarten müssen, bis die von ihm selbst zu stellenden Ersatzwohnungen auch für die letzten verbliebenen Mieter aus dem angrenzenden „2er-Haus“ beziehbar sind. Eine über 80jährige Dame hat auf eine Ersatzwohnung durch den Bauwerber verzichtet. Sie ist aber gezwungen, auf ihren Platz im Altersheim noch zu warten.

Der (nicht nur) nächtliche Abbruchlärm und das Vibrieren der Wände betrifft auch eine Familie mit drei Kindern, die seit 20 Jahren in diesem Haus wohnt. Für diese Familie ist überhaupt noch ungeklärt, wohin sie übersiedeln wird. Der Bauwerber aber rühmt sich, dass alle Leute mit ihren Ersatzwohnungen überaus glücklich seien. Da hat er ganz offensichtlich ein paar ausgeblendet.

Warum diese plötzliche Eile (das Projekt ist seit 2004 geplant!) beim Abriss bleibt für Anrainer und Bürgerinitiative undurchsichtig.
Gretl Carney