Donaufeld – die Würfel fallen unter Ausschluss der Öffentlichkeit!

Bereits im STEP 2005 wurde das Donaufeld als Zielgebiet der Stadterweiterung ausgewiesen. Seit damals werden im Rathaus und seit einigen Jahren auch von den Firmen querkraft und stadtland die Pläne für einen neuen Stadtteil entwickelt, die in nächster Zeit der Öffentlichkeit vorgestellt werden sollten. Leider gab es bisher dazu noch keine Bürgerbeteiligung (Diese ist lt. Auskunft der Stadtplanung für die nächsten Schritte geplant), kein Einholen von Vorschlägen der lokalen ExpertInnen, keine Erhebung der Bedürfnisse und Notwendigkeiten der lokalen Bewohnerschaft und bisher auch noch keine öffentliche Präsentation der Pläne.
Dennoch haben wir uns als AnrainerInnen Gedanken über die zukünftige Entwicklung unserer Nachbarschaft gemacht, Anfragen an die Planenden gestellt, und uns auch überlegt, wie man den geplanten Wohnraum für 12.000 Menschen mit einem Maximum an Grünraum vereinbaren kann. Möglicherweise ist es am Besten, in einem Teil des Gebietes möglichst dicht, und in gewissem Maße auch hoch zu bauen, damit im Gegenzug möglichst viel der Fläche für Erholung, Sport und Gärten erhalten werden kann.

Seit Kurzem scheint das alles obsolet. Wie wir erfahren haben, werden derzeit immer mehr Gründe an Wohnbauträger verkauft (nicht an den Wohnfonds der Stadt!), und zwar nicht nur Flächen, die als Bauland geplant sind, sondern auch solche, wo bisher noch Grünflächen vorgesehen waren. Offenbar gibt es bei den Wohnbauträgern Leute mit einem besseren Draht zu den entscheidenden Stellen in der Stadt, als die politischen Entscheidungsträger und möglicherweise waren auch die Grundstückseigentümer besser informiert, als die Planungsabteilung der Stadt.
Angesichts dieser Entwicklungen wird jeder Ansatz von Bürgerbeteiligung (falls es diesen überhaupt jemals gab) zur Farce. Natürlich gibt es jetzt noch die Möglichkeit, dass die Stadt Grundstücke von den Bauträgern gegen eigene Grundstücke eintauscht und dann als Grünflächen widmet, aber wer die Abläufe in dieser Stadt kennt, der/die weiß, dass der Druck in Richtung Verbauung jetzt steigen wird.

Wir fordern daher, dass

  • alle Fakten auf den Tisch gelegt werden,
  • die geplanten Grünflächen unabhängig von aktuellen GrundeigentümerInnen als SWW bzw. zu einem kleineren Teil als SWWL gewidmet werden,
  • das geplante Landschaftsschutzgebiet in Floridsdorf inklusive des Donaufelder “Grünkeils” so rasch wie möglich eingerichtet wird,
  • ab sofort volle Bürgerbeteiligung (umfassende Information und Beteiligung an allen Diskussionen und Entscheidungen) bei allen weiteren Entwicklungsschritten gewährleistet wird.

An anderen Orten in unserer Stadt (z.B. Gaswerk Leopoldau) werden bereits Erfahrungen mit partizipativen Planungsprozessen gemacht. Die Erkenntnisse aus diesem Entwicklungsprozess sollten auch in die Planungsarbeit in Donaufeld einfließen und genützt werden!

Heinz Berger
(Donaufeld)