Unermüdliche Aktivitäten der BI „Steinhof erhalten“ zeigen erste Erfolge

Das Bundesdenkmalamt bestätigt, das gesamte Ostareal steht unter Denkmalschutz!

Die Vorgeschichte ist hinreichend bekannt. Seit 2011 begleiteten heftige Proteste der Bevölkerung Veräußerungs- und Verbauungspläne des Otto Wagner Spitalsareals seitens der Stadt Wien.

Das Areal soll im Eigentum der öffentlichen Hand bleiben und weiterhin sozialen Aufgaben dienen, so die Forderung der bisher über 65.000 Unterzeichner mehrerer Petitionen. Die Anerkennung als Weltkulturerbe wird immer wieder als Wunsch an die Stadtregierung herangetragen – und dort immer wieder abgeschmettert.

Die Absicht der GESIBA, im Ostteil über 600 Wohnungen zu errichten konnte zunächst mit Hilfe eines Machtworts des Bürgermeisters “auf Eis gelegt” werden. Eine von Vizebürgermeisterin Vassilakou verordnete Mediation mit Vertretern der engagierten Bürger/innen brachte, was die Verbauung betraf, auch keinen Konsens.

Die Entscheidung, ob – und wo überhaupt – in diesem weltberühmten Jugendstilareal gebaut werden dürfe, wurde an ein vorwiegend aus Architekten bestehendes (und von VB Vassilakou ausgewählten!) Expertenteam ausgelagert. Dieses präsentierte im April sehr wesentliche Empfehlungen an die Wiener Stadtregierung. Ein sog Testplanungsverfahren soll nun weitere Lösungen des heiklen Problems erarbeiten, dieses Verfahren ist gerade im Gang.

Eine Schlüsselrolle bei allen weiterhin unvermindert bestehenden Verbauungsabsichten spielt das Bundesdenkmalamt. Die Gesamtanlage (= auch alle Nebengebäude und Freiflächen!) steht unter Denkmalschutz. Zwar hatte man geschickt versucht, den Ostteil der Anlage aus dem Denkmalschutz „rauszuschwindeln“, indem man nach Verbücherung einer seit 2007 betriebenen Grundabteilung den Denkmalschutz bei den im Ostteil neu entstandenen Grundstücksnummern nicht ersichtlich machte. Auf unermüdliche Nachfrage seitens der Bürgerinitiative kam nun kürzlich die Antwort: Auch nach Grundabteilungen und Verkäufen bleibt, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, der Denkmalschutz erhalten. Auch in der offiziellen im Internet abrufbaren Denkmalliste des BDA wurden die neuen Grundstücksnummern nun nachträglich eingefügt.

Auch die Erhaltung des historischen Fleischereigebäudes – eines der wenigen noch gut erhaltenen Wirtschaftsgebäude, das noch nicht abgerissen wurde – konnte va dank der Hilfe und der wissenschaftlichen Argumentation von Frau Prof. Plakolm, TU Wien, erreicht werden.

Wörtlich ließ GESIBA Direktor Kirschner in einer der ersten Mediationssitzungen verlauten: “Da wo wir bauen, da gibt es keinen Denkmalschutz”. Ganz so dürfte es (zunächst jedenfalls) nicht sein.

Fortsetzung folgt!

 

Für die BI “Steinhof erhalten”

Johanna Kraft