Wo bleibt die Transparenz bei der Planung für das Ostareal des Otto Wagner Spitals?

WELTKULTURERBE STEINHOF: “Zukunftsvisionen für Steinhof”

Unter diesem Titel diskutierte am 4.September 2013 ein hochkarätiges Podium (Wehdorn, Lötsch, Lesch, Gerstl, Hadinger) moderiert von Franz Ferdinand Wolf auf Einladung der ÖVP Penzing und der Bürgerinitiative Steinhof im “bummvollen” Festsaal des Europahauses in der Linzer Straße. Das Interesse war enorm, es sollen hier nur einige Statements der Experten wiedergegeben werden.

Wehdorn (Prof. für Architektur TU Wien): “es muss eine Nutzung gefunden werden, die eines Weltkulturerbes würdig ist – Wohnungen sind das nicht”! “eine Wohnnutzung ist hirnrissig”, “warum will man dort überhaupt verdichten”? “Weltkulturerbe hätte baurechtlich keine Auswirkung, hieße aber: passts dort auf” ”Denkmalschutz sei zahnlos und ohnmächtig”, “große Entwicklungen wurden immer von Bürgerinitiativen getragen”!

Lötsch (Ökologe): “die schönsten Spitäler in bester Grünlage (Semmelweis, Glanzing) werden für Verbauung und Spekulation aufbereitet”,  “profitable Grünlage scheint für Kranke zu schade”, “keine Umnutzung von Spitalsstandorten dieser Qualität”! “Nutzung für sozialmedizinische Zwecke muss erhalten bleiben, wir erwarten Geriatriewelle ohne gleichen”, “architektonischer Supergau VAMED”, “Ärzte müssen mitreden dürfen – gegen Entgrünung des Gesundheitswesens”, “medizinischer Akutbereich deckt nur Teil des medizinischen Spektrums ab”, “statt Weltanschauung -Geldanschauung”.

Lesch (Prof. für Psychiatrie): “niemand aus der Psychiatrie wurde gefragt!” “Es gibt viele, die die jetzige Entwicklung verhindern hätten wollen”, “was dort an Therapie möglich ist, geht in anderen Spitälern nicht”, “27% der Patienten brauchen Strukturen, wie es sie dort gibt, das geht in anderen Spitälern nicht”! “Problem ist, dass diese Therapie niemand zahlen will, aber spät und schlecht behandeln ist immer teurer als früh und gut”, “diese Patienten haben keine Lobby”! “wir brauchen ein Umdenken, die Medizin besteht nicht nur aus Medikamenten!!”

In der folgenden lebhaften Diskussion wurde die geplante “vorschnelle Wohnverbauung ohne dass es ein Nachnutzungskonzept für die Gesamtanlage gibt” und besonders das Fehlen eines Verkehrs- und Infrastrukturkonzepts in diesem sensiblen Wienerwald Randbereich von den Anwesenden beklagt.

Dank an die Initiatoren  (ÖVP Penzing, NR Gerstl) dieser hervorragend besuchten Diskussionsveranstaltung, die wieder das große Interesse der Bevölkerung an diesem Thema bewies!

JK