Lokalaugenschein “danube flats” – Stadtdiskursvisite mit der Österreichischen Gesellschaft für Architektur

Der Einladung zu diesem ”Rundgang mit Diskussion” an diesem geplanten, höchst umstrittenen Hochhausstandort folgten mehr als hundert Interessierte, um einmal einen objektiven Eindruck der Situation vor Ort zu bekommen. Höchst kritisch wurde die Rolle der MA 21 beleuchtet. Der Bauwerber der SORAVIA Gruppe hätte auf Grund der bestehenden Widmung die Liegenschaft um 10,5 Mio € gekauft, die angestrebte Umwidmung zum Bau eines 147m hohen Hochhauses würde die derzeit zulässige Bauhöhe um mehr als 500% überschreiten und einen Widmungsgewinn von mehr als 400% bedeuten.

Die Standorttauglichkeit für Wohnbebauung unmittelbar neben der stark befahrenen Reichsbrücke wurde ebenso hinterfragt wie der Bruch des stadtebaulichen Leitbildes, das eine “Abtreppung der Bauhöhen” zur Uferzone der Neuen Donau vorsah.

Die Intransparenz des Verfahrens wurde angeprangert, die von der MA 21 als Beurteilungskriterien angeführten “Qualitäten” würden textlich und bildlich ausschließlich unter Verwendung von Darstellungen des Projektwerbers beschrieben. Die Verdichtung durch dieses Projekt würde eine GFZ (Geschoßflächenzahl) von 5,2 bedeuten (der Wohnpark Alt Erlaa hat zum Vergleich 2,4), 64.000m² Bruttogeschoßfläche würden entstehen. Eine derartige Verdichtung wäre für eine Wohngegend unverantwortlich.

Im Pfarrsaal von Kaisermühlen wurde der informative Spaziergang noch durch eine lebhafte Publikumsdiskussion beendet, “es solle hier doch nicht auch so etwas entstehen, wie in der Wienerberg City, wo man den Bewohnern eigentlich Schmerzengeld bezahlen müsste”.

Die nächste “Stadtdiskursvisite” der ÖGFA findet am 11.Oktober 2013 zum Thema WEV (Wiener Eislauf Verein) und Hotel Intercontinental statt, das dort geplante Hochhausprojekt ist ebenso zu hinterfragen wie die “danube flats”.

JK