Das Geschäft mit der Stadt: “Wem gehört der Planungsgewinn” – eine Veranstaltung der Österreichischen Gesellschaft für Architektur (ÖGFA)

“Das Geschäft mit der Stadt” ist heuer der Herbstschwerpunkt der ÖGFA. Es gab sog “Stadtdiskursvisiten” als Lokalaugenschein bei umstrittenen Stadtplanungsprojekten (Danube Flats, WEV und Hotel Intercontinental), Vorträge und Diskussionsrunden.

Zum Thema Liegenschaftspolitik und “wie andere Städte das so machen” waren Freitag, 29.November 2013 zwei interessante Impulsreferate in den Räumen der IG-Architektur in der Gumpendorfer Straße angesetzt. “Wer profitiert, wenn städtische Flächen verkauft und umgewidmet werden? Welche Instrumente gibt es, um Fragen nach der Verteilung von privatem und öffentlichem Gewinn neu zu stellen?”

Diese und andere Fragen behandelten an diesem Abend drei Fachleute aus dem Gebiet Architektur und Stadtplanung, Fritz Schuhmacher aus Basel und Florian Schmidt aus Berlin, Respondenz Bettina Götz. In Basel gibt es seit 1977 die sog Mehrwertabgabe, mit der durch Planungsmaßnahmen entstehende Wertgewinne teilweise abgeschöpft werden und in einen öffentlichen Fond fließen. Die Berliner Initiative “Stadt Neudenken” wurde 2011 von Architekten, Stadtaktivisten und Kulturschaffenden gegründet. Ihre Kernforderung ist, dass öffentliche Liegenschaften nicht wie bisher “meistbietend” verkauft werden können. Die Einbindung der Bevölkerung ist in beiden Städten eine Selbstverständlichkeit. Von der Wiener Planungspolitik werden solche Ansätze bisher kaum beachtet.

jk