Bericht von der Präsentation der Donaufelder Autobiographie

In Erinnerung an die Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich am 12. März 1938 veranstaltete die Gedenk-Plattform Transdanubien am 12. März 2014 im Strandgasthaus Birner an der Oberen Alten Donau eine Lesung von

Peter Weinberger aus seiner Autobiographie „Wohlgeordnete Einsamkeit“.

Nach der Begrüßung und einer kurze Präsentation der Gedenkplattform Transdanubien durch Gerhard Jordan (Grüne Floridsdorf) wurde der Autor von Landtagspräsidentin a.D. Erika Stubenvoll vorgestellt. Dann las Peter Weinberger vor über 70 interessierten ZuhörerInnen aus dem lokalen Umfeld, aus Politik, Geschichtsforschung und Zivilgesellschaft u.a. aus seinem Buch “Wohlgeordnete Einsamkeit”.

Peter Weinberger, der als Physiker an verschiedenen Universitäten in Europa und den USA wurde 1943 in Wien geboren. Seine jüdische Mutter konnte die NS-Zeit nur deshalb überleben, da sie mit ihrem Sohn Peter gemeinsam die letzten Kriegsmonate in einem Pfarrhof im Mühlviertel versteckt wurde. Der Autor beschreibt in seiner Autobiographie seine Kindheit in Donaufeld nach 1945, das zwar von den Nazis befreit, deshalb aber noch lange nicht frei von Nazis war. Erst am jüngst aufgefundenen Briefverkehr seiner jüdischen Mutter mit ihren Verwandten hat er Vieles erfahren, was seine Eltern in seiner Kindheit von ihm fernhalten wollten: Die ermordeten Angehörigen, die schmerzliche Trennung von den überlebenden Verwandten, die weit verstreut in fernen Ländern lebten, und die Frechheit vieler Nazis, die für ihre Verbrechen nicht zur Verantwortung gezogen wurden, waren Dinge, mit denen ihn seine Eltern möglichst wenig belasten wollten. Bitter was schließlich auch der frühe Tod seiner Mutter im Jahr 1964.

Nach der Lesung ausgewählter Ausschnitte durch den Autor stellte zuerst Heinz Berger (von der Initiativen-Plattform „buergerPROtest“) als Auftakt zur Diskussion die ersten Fragen an den Autor. Daran anschließend entwickelte sich eine rege Diskussion unter der Moderation von Hans Höllisch (KPÖ Donaustadt). Zum Schluss nutzten noch sehr viele BesucherInnen die Gelegenheit, ein Exemplar des Buches zu erstehen und vom Autor signieren zu lassen.

    

Heinz Berger
(für die überparteiliche Gedenk-Plattform Transdanubien zum 12. März 1938)