“Glacis Wien – Bewegung im Wandel”: Vortrag Dr.Harald R. Stühlinger, ETH Zürich, 13.März 2014, Wienmuseum. (Stadtplanung erarbeitet derzeit einen Masterplan für diesen “besonderen Stadtraum” entlang der Ringstraßenzone)

Das Interesse für diesen Expertenvortrag war auch für die Veranstalter überwältigend. Umstrittene Planungen rund um die Ringstraße, insbesondere die projektierte Hochhausverbauung beim Eislaufverein, empören derzeit die Bevölkerung. Aber auch das Ignorieren der Sichtachse von der Josefstädter Straße auf die Wiener Innenstadt bei einem Bauprojekt des Wiener Magistrats  erregt bei den Anwesenden großen Unmut.

Mit großer Sachkunde erläuterte der Vortragende Dr. Stühlinger den Begriff “Glacis”, hatte doch dieser zunächst von Verbauung freigehaltene Ring um die Stadtmauer einst große strategische Bedeutung, in Friedenszeiten war er stets Erholungsraum für die Bevölkerung. Das Glacisareal sei mit der Ringstraße im Stadtorganismus als “Gesamtes” zu betrachten und Teil der Welterbezone Wien Innere Stadt. Das gründerzeitliche Erbe sei ein integraler Bestandteil von Wien und noch heute ein hervorragendes Denkmal des Städtebaus der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts.

Ein hochinteressanter historischer Rückblick über die im Laufe der Zeit erfolgte Verbauung des Glacis führte vom 18.Jahrhundert bis in die Jetztzeit.  Das bauhistorische Bewusstsein sollte nicht nur durch ökonomische und politische Interessen ersetzt werden.

Dr. Stühlinger wird im nächsten Jahr die Ausstellung 150 Jahre Ringstraße im Wienmuseum kuratieren, darauf kann man sich schon heute besonders freuen.

jk