“Aufgeschnappt”: offener Brief der Initiative Steinhof an die Medien und die Politik

Die Stadt Wien befolgt nicht die Empfehlungen der Experten!

Die Stadt Wien versucht mittels Falschinterpretation der Experten- und Architektengutachten ihrem Bauträger Gesiba Wohnbau am OWS-Areal zu ermöglichen.

Kein Gremium empfiehlt den Bau von Privatwohnungen!

Im Rahmen der vom Expertengremium geleiteten Entwicklungsplanung wurden für 11 potentielle Baufelder nutzungsoffene Gebäudeformen erarbeitet, die als Nutzungsreserven das Gesamtareal funktional ergänzen können. Damit wurde “große Flexibilität für die langfristige Planung geschaffen”. Dies entspricht dem übergeordneten Punkt 1 der neun Forderungen des Expertengremiums: “Der Ostteil muss im funktionalen und räumlichen Zusammenhang mit dem Gesamtareal betrachtet werden”.

Ohne ökologisches Gutachten, ohne architekturhistorische Expertise, ohne Nutzungskonzept für das Gesamtareal möchte die Stadt Wien die Baulandreserven schon heuer durch den Bau von Privatwohnungen verbrauchen, was der langfristig flexiblen Nutzung wesentliche Chancen nimmt, das einzigartige Ensemble stört, vielleicht zerstört, und den angestrebten Weltkulturerbe-Status eventuell verhindert.

Wir fordern die Stadt Wien auf, vorrangig und unter Bürgerbeteiligung ein bedarfsorientiertes Nutzungskonzept im Sinne des Gemeinwohls zu entwickeln, statt mit der Durchsetzung von Gesiba-Wohnbauwünschen weiter politisches Vertrauen in der Bevölkerung zu verspielen und der Sache nachhaltig zu schaden.

Wolfgang Veit, Christine Muchsel für die BI Steinhof