EISLAUFVEREIN NEU: HÖHER, SCHÖNER? – Kurier “Wiener Stadtgespräche”, KURIER Leser/innen verändern Wien

In Zusammenarbeit mit dem ORF Wien lud die Tageszeitung KURIER am 31.März 2014 wieder zu einer Diskussion, dieses Mal in den Festsaal des Akademischen Gymnasiums in der Lothringer Straße neben dem Eislaufverein. Neben der stv. Chefredakteurin des Kurier, Martina Salomon, und der Moderatorin von “Wien Heute”, Elisabeth Vogel, bestand das Podium (leider) nur aus Daniela Enzi, Geschäftsführerin von WERTINVEST und Klaus Wolfinger, dem Projektkoordinator. Die Stadtpolitik glänzte durch Abwesenheit, gerade an sie wollten die zahlreich anwesenden Bürger und Bürgerinnen aber gerne viele Fragen stellen. Derzeit gibt es weder eine Stellungnahme seitens der UNESCO, ob Wien mit diesem Hochhausprojekt den Status Weltkulturerbe verlieren würde, auch fehlt eine entsprechende Widmung der Stadt Wien, diese wäre aber bereits im Laufen, ließ Frau Enzi, Geschäftsführerin von WERTINVEST, verlauten, Baubeginn wäre 2016.

Die Experten hätten sich sehr wohl mit dem Weltkulturerbe “auseinandergesetzt”, das Projekt sei “ein Gegengewicht zu Wien Mitte”, meinte Frau Enzi. Die Umwidmung würde etwa ein Jahr dauern, Baubeginn wäre 2016.

Die folgende Diskussion war sehr sachlich, aber dennoch heftig. Es wurde beklagt, dass nur die Nutzflächenmaximierung hier für die Planung ausschlaggebend war, die UNESCO würde diese Höhenüberschreitung in der Welterbekernzone nie tolerieren. Um die Freilufteisfläche einigermaßen beibehalten zu können, müsse diese etwa 10m  in den “öffentlichen Grund”  Lothringer Straße hinausverlegt werden, die Bundesstraße 1 käme dann, in Richtung Ringstraße verschoben, über der Wientalverbauung zu liegen. Ob das überhaupt zulässig wäre, war nicht zu klären, da seitens der Wiener Stadtverwaltung niemand, der dazu Auskunft hätte geben können, anwesend war. Eine verbindliche Bürgerbefragung in ganz Wien wurde gefordert, ob im Innenstadtbereich Hochhausbauten überhaupt zulässig sein sollten. Die derzeitige Widmung würde eine Totalverbauung des Areals zulassen, rechtfertigte sich Frau Enzi, eine Modernisierung ohne Wohnturm sei nicht zu machen. Es sei dies eine langfristige Investition in das Areal. Der Mietvertrag des Eislaufvereins läuft bis 2058, was danach erfolgt, wurde nicht beantwortet. Derzeit hätte der Eislaufverein die Rechte für die ganzjährige Nutzung für das Areal, im Interview im Kurier (28.3.2014) “Ein Ort, an dem man sich gerne aufhält”, war jedoch zu lesen, die Sommernutzung des Eislaufplatzes würde Wertinvest künftig “selbst in die Hand nehmen”.

Es hätte noch viele Fragen seitens des Publikums gegeben, die aber aus Zeitgründen nicht zur Sprache kommen konnten. Trotzdem herzlichen Dank an den Kurier!

jk