Enquete “Zukunft Mobilität” in der BV Floridsdorf

Im Rahmen der Initiative Netzwerk Floridsdorf fand am Donnerstag, 3. April 2014 im Festsaal des Amtshauses Floridsdorf eine hochkarätig besetzte Enquete zum Thema “Zukunft Mobilität”, Innovationen im Bereich Flugwesen – Bahn – Auto – Fußgänger statt. Dabei wurden beeindruckende Innovationen im Bereich von Flug-,  Schienen- und motorisierten Individualverkehr vorgestellt. Das Referat über den Fußverkehr, immerhin jene Form der Fortbewegung, die fast alle Menschen betrifft, war erst am Ende auf der Tagesordnung, als sich überwiegend schon Erschöpfung ausbreitete, während andere innovative Forschungsansätze für zukunftsweisende Mobilität leider ganz ausgespart blieben.

Nach der Begrüßung und Einleitung durch den neuen Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai referierte Mag. Julian Jäger vom Flughafen Wien über das geplante Wachstum im Flugverkehr um Wien, er bewarb aber immerhin auch die umweltfreundliche Anreise zum Flughafen mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Ing. Wolfgang Zottl von der ÖBB Infrastruktur stellte sein Elektroauto mit der Aufschrift “Null CO2″ werbewirksam vor dem Bezirksamt ab, und pries auch in seinem Statement dessen Qualitäten. Nicht nur, dass wir den Elektro-Hype angesichts der zu Spitzenzeiten in den Kraftwerken verfeuerten Kohle langsam etwas kritischer gegenüberstehen sollten, sondern auch grundsätzlich ist es schon bemerkenswert, dass das größte österreichische Bahnunternehmen Werbung für’s Auto macht und gleichzeitig laufend Nebenbahnen einstellt. Dr. Heinz Stanek von GF stancon.at referierte über Innovationen im Bereich von Sicherheit und Effizienz im Bahnverkehr, während Mag. Gabriele Gerhardter vom ÖAMTC natürlich über Trends im Bereich Automobilität berichtete. Dass dabei solche “Innovationen” wie GPS-Gestützte Staumelder noch immer nicht ins Reich der technischen Fehlentwicklungen eingeordnet werden, wird wohl in naher Zukunft dazu führen, dass nicht mehr nur Hauptverkehrswege unter Stau leiden, sondern ganze Regionen bis in die Wohngebiete hinein im Stau “ersticken”. Die Fußgängerbeauftragte der Stadt Wien, DI Petra Jens konnte die Forschungsergebnisse über die positiven Gesundheitsfolgen, die Praktikabilität von Shared Space und das quantitative Potential des Fußverkehrs nur noch einer sichtlich müden Zuhörerschaft vorstellen.
Die Präsentation anderer innovativer Forschungen zum Verkehr wie aktives Mobilitätsmanagement, Fahrradverkehr und Verkehrsreduktion durch umsichtige Stadtplanung ist genauso unterblieben, wie die anschließend geplante Diskussion, die leider der allseits offensichtlichen Erschöpfung zum Opfer fiel.

Heinz Berger