“Baukulturelle Leitsätze der Stadt Wien” eine Präsentation im gut besuchten Prechtlsaal der TU

Vizebürgermeisterin Vassilakou und Vertreter der MA 19 präsentierten gestern die zehn mit großem Aufwand im Vorfeld erarbeiteten “baukulturellen Leitsätze”, die 29.April 2014 im Wiener Gemeinderat beschlossen wurden und ab nun für die Stadt Wien gelten sollen.

“Baukultur bedeute Bauqualität im breitesten Sinne: vom technischen Funktionieren über die Nutzbarkeit, die Gesprächs-, Planungs-, Vergabe- und Wettbewerbskultur bis zum Erscheinungsbild der Stadt. Es gehe dabei nicht nur um Gebäude, sondern auch um Freiräume, Infrastrukturen und kurzzeitige Bauten. Ziel sei es, durch eine umfassende Baukultur zu einer hohen Lebensqualität für alle beizutragen”, wird hier eingangs kryptisch und vielsagend formuliert.

Ergänzt wurde die Präsentation durch einen kurzen Film, in dem persönliche Blitzlichter zum Thema “Baukultur – Wien” einiger aus dem öffentlichen Leben bekannter Persönlichkeiten (Niki Glattauer, Cecily Corti, Gerfried Sperl, Tarek Leitner, Eva Blimlinger, Sascha Pirker, Siegfried Mattl) gezeigt wurden. Kleinteiliges Weiterwachsen der Stadt, so Tarek Leitner, wäre jedenfalls wünschenswerter als die monotonen Fassaden großer Immobilieninvestments. Die vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten im MQ wurden gelobt, der Julius Tandler Platz beim Franz Josefs Bahnhof als planerisch völlig missglückt bezeichnet.

Auf Tarek Leitners Buch “Mut zur Schönheit” ging in der folgenden Diskussion auch dankenswerterweise Planungsdirektor Thomas Madreiter ein. “Kultur könne man nicht an Magistratsabteilungen delegieren, sie ginge alle an. Die gesamte gesellschaftliche Breite müsse mitgedacht werden, wir müssen gemeinschaftlich diskutieren, was wir uns (Anm: von Investoren?) bieten lassen wollen.  Die Problematik der Freiraumgestaltung als “Kampfzone unterschiedlicher Interessen” und die Planung unserer Schulen, deren Konzepte noch aus der Monarchie stammen, ergänzten die spannende Diskussion. Diese konnte beim anschließenden  Buffet noch in persönlichen Gesprächen mit den Referenten weitergeführt werden.

jk