“Krone” 26. Juni 2014: Wie viele Meter Turm verträgt das Welterbe der Innenstadt?

Das Hochhausprojekt am Eislaufverein erregt weiterhin die Gemüter. Einerseits versucht der Investor in diversen bezahlten Medienbeilagen oder Gastkommentaren das Projekt schön (und klein) zu reden, andererseits formieren sich die Bürger/innen immer wieder zu Protestveranstaltungen, zB Menschenketten zur Information der Passanten und Touristen vor dem Konzerthaus oder dem Belvedere. Das Interesse der Bevölkerung ist groß. Mit Spannung wird auf die Verfahren im Wiener Rathaus gewartet, wo der Antrag des Investors auf Hochhauswidmung derzeit behandelt wird. Parallel dazu erarbeitet die MA 21 gerade den sog “Masterplan Glacis”, der die bisher geltende Hochhausrichtlinie aus 2002 ergänzen oder ersetzen wird. Die Welterbekernzone, die den Eislaufverein und somit das neue Hochhausprojekt umfasst, war bisher eine Hochhaus Ausschlusszone. Sollte das von der Stadtverwaltung geändert werden, “um Investoren in Zukunft nicht zu behindern”, könnte Wien tatsächlich, wie Frau VBin Vassilakou immer wieder ankündigt, in zehn Jahren ganz anders ausschauen. Was dabei vergessen wird, ist, dass die Bevölkerung und auch die Touristen das möglicherweise gar nicht wollen – nur die fragt ja (absichtlich) niemand. (jk)