Bericht der Wiener Bezirkszeitung Landstraße, Ausgabe 27, 2./3.Juli 2014 über die Touristenbefragung zum Hochhausprojekt am Eislaufverein

Bezirkszeitungen haben es an sich, nur den Haushalten im jeweiligen Bezirk zugestellt zu werden, was ja an sich auch Sinn macht. Die Frage, ob es zulässig sein soll, in der Welterbekernzone Wiens auf dem Eislaufvereinareal ein 73m Hochhaus neben dem Konzerthaus zu errichten, weil es sich ein Investor zur Gewinnmaximierung so wünscht, ist allerdings von allgemeinem Interesse, das weit über die Bezirksgrenzen hinausgeht. Der Titel der Bezirkszeitung “Eislauf-Verein neu: Anrainer dagegen” ist daher in höchstem Maße irreführend. Unter notarieller Aufsicht hatte die Bürgerinitiative Stadtbildschutz (www.initiative-stadtbildschutz.at)  am 18.Juni 2014 vor dem Belvedere 293 Passanten, vorwiegend Touristen aus dem In- und Ausland zu diesem Hochhausprojekt befragt. Der historische Blick auf die Stadt Wien würde durch diese Hochhausplanung, für die es nicht einmal eine Widmung gibt, besonders beeinträchtigt werden.

Auf Seite 11 dieser Bezirkszeitungsnummer wird noch ein “Schäuferl” nachgelegt: WEV-Projekt: Umfrage umstritten, heißt hier die Überschrift. Der Wiener Eislaufverein (WEV) hat sich jedoch bisher immer vehement dagegen gewehrt, mit der Planung dieses Hochhausprojekts irgendetwas zu tun zu haben.

“Das kann man nicht einmal als Momentaufnahme gelten lassen”, wird in diesem Artikel auch Daniela Enzi, Sprecherin des Investors Wertinvest, zitiert. “An einem Mittwoch Nachmittag sind beim Belvedere hauptsächlich nicht-deutschsprachige Touristen zu finden”. Dass der Tourismus eine der Haupteinnahmen der Stadt Wien ist und 278 der 293 befragten Personen Kommentare wie “horribile”, “horrible” zu dem Projekt abgaben, dürfte dem Investor somit egal sein. Mit Anrainern, die (wieder einmal) gegen ein Bauprojekt wären, hat das, sehr geehrte Redaktion der Bezirkszeitung Landstraße, eigentlich gar nichts zu tun.

jk