Aus der “Bauernzeitung” aufgeschnappt: Wienerwald Nord-Ost – Schnapsidee oder Wahlkampfgag

Die Landwirte und Grundeigentümer des 22. Bezirks Donaustadt sind empört und alarmiert, heißt es hier. Bis zu 1.000 Hektar fruchtbares Ackerland soll in ein Waldgebiet umgewandelt werden. Statt Weizen, Raps, Zuckerrüben, Gemüse und Salat sollen dort künftig Bäume wachsen. Was auf den ersten Blick für Erholungssuchende charmant erscheint, mache bei näherer Betrachtung jedoch wenig Sinn. Grund und Boden seien die Existenzgrundlage der Bauern, eine regionale Lebensmittelerzeugung in Wien bedeute Sicherheit, Frische, Arbeitsplätze und Verkehrsvermeidung – sowie Klima- Umwelt- und Ressourcenschutz. Eine produzierende Stadtlandwirtschaft sei ein unschätzbar hohes Gut. Die Lobau sei das klassische natürlich entstandene Erholungsgebiet der Donaustädter, dort gäbe es noch einige aufzuforstende Äcker der Gemeinde Wien. Ein “Savannenwald Nord-Ost” wäre ein künstlich angelegter Trockenwald, welcher mit der hügeligen feuchten Flyschzone des Wienerwalds im Westen nicht vergleichbar sei. Die Kosten der Anlage und Pflege dieser neuen Wälder seien exorbitant.

(Quelle: Bauernzeitung Niederösterreich/Wien, Nr.43-23.Oktober 2014)