Hohe Warte: Profifußball unerwünscht?

Vieles deutet darauf hin, dass der Traditionsverein First Vienna FC 1894 nie mehr ins Profigeschäft zurückkehren soll, weil sich dann das dafür notwendige Stadionumfeld mit Zuschauertribünen, Trainingsplätzen etc. auf der Hohen Warte mehr oder weniger erübrigen würde.

Auch nach dem Präsidentenwechsel bei der Vienna, vom glücklosen Herbert Dvoracek zum ambitionierten Richard Kristek, der den neuen Hauptsponsor Care-Energy brachte, ist die Verbauungsgefahr auf dem Areal der einzigartigen Naturarena nicht gebannt. Laut einem Bericht der “Kronen Zeitung” soll gar kein Lizenzantrag für die Erste Liga gestellt werden, obwohl sich die Mannschaft von Trainer Hans Slunecko in der laufenden Meisterschaft der Regionalliga Ost (dritthöchste Spielklasse) besser als erwartet schlägt und nach dem Herbstdurchgang mit nur 6 Punkten Rückstand hinter dem Leader SC Ritzing an 2. Stelle liegt. Im Kampf um den Aufstieg in die Erste Liga ist die Vienna praktisch der einzige echte Konkurrent für den Tabellenführer aus dem Burgenland.

In diesem Zusammenhang muss immer wieder daran erinnert werden, dass die Nationalbank-Tochter IG Immobilien Hauptpächterin auf der Hohen Warte ist und sich nach wie vor der Unterstützung des Döblinger Bezirksvorstehers Adolf Tiller (VP) sicher sein kann. Die Interessen eines profitorientierten Immobilienunternehmens liegen auf der Hand. Ein Proficlub stünde diesen wohl nur im Wege. Haben es die Spekulanten jetzt vielleicht eilig, weil laut Medienberichten in Zukunft bei der Umwidmung von Grünland in Bauland Bürgerinnen und Bürger mitbestimmen sollen? Es kann bekanntlich schnell gehen, wenn das Sportamt der Stadt Wien (MA51) von “höherwertiger Nutzung” spricht und ein Bauprojekt nach dem anderen auf der – einer Welterbestätte würdigen – Hohen Warte aus dem Hut gezaubert wird, wie die Vergangenheit gezeigt hat.

Michael Jungwirth

PRO HEILIGENSTADT