Protest gegen die Verbauung der Grünflächen auf den Siemens-Gründen in Floridsdorf

Floridsdorf soll sich weiter entwickeln, und natürlich sollen auch neue Wohnhäuser gebaut werden. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die ansässige Bewohnerschaft nicht auf der Strecke bleibt. Nicht nur in Donaufeld, sondern auch nebenan auf den Siemens-Gründen droht eine massive Verbauung der letzten Grünflächen.

Die AnrainerInnen in der Siedlung Wolfsgrube wehren sich gegen die Errichtung von 1.100 Wohnungen auf einer Fläche von 8,2 ha, das ist noch viel dichter, als die Bebauung in Donaufeld geplant wird. Interessant ist auch, dass Siemens im Kaufvertrag mit der gemeinnützigen Wohn- und Siedlungsgenossenschaft WOHNBAU festgelegt hat, dass Siemens einen Aufschlag auf den Kaufpreis erhält, wenn mehr als 1.000 Wohnungen errichtet werden. Konkret heißt das, dass in diesem Fall wieder einmal die Gewinne privatisiert werden, während wir alle für die Infrastruktur aufkommen müssen, und die Anrainer haben den Schaden. Solange es keine Widmungsabgabe gibt, besteht hier gar kein Anlass für die Stadt, Siemens diesen Widmungsgewinn zu schenken.

Dazu kommt noch, dass in den letzten Jahren auf dem Siemens-Grundstück entlang der Siedlung Wolfsgrube Bäume als Ersatzpflanzungen für andernorts gerodete Bäume gesetzt wurden. Diese 35 Meter breite, natürliche Barriere zum Siemens Gelände soll nun ebenfalls teilweise den Wohnbauten zum Opfer fallen (es würden nur 2 von 7 Baumreihen bleiben).

Gegen all das haben sich 155 AnrainerInnen auf der Petition sensible Wohnentwicklung “Siemens Gründe” mit ihrer Unterschrift ausgesprochen (wobei pro Haushalt jeweils nur eine Unterschrift eingeholt wurde). Das sind fast alle Siedlern, nur die drei Obleute der Siedlervereine haben interessanterweise nicht unterschrieben.

Die AnrainerInnen fordern eine sensible, an die Siedlung angepasste Bebauung, und haben sich daher mit einem entsprechenden Ersuchen an Bürgermeister Häupl gewandt.

Wir Anrainerinnen und Anrainer fordern, nicht nur umfassend über die Planungen informiert zu werden, sondern auch in den Planungen in entscheidender Weise einbezogen zu werden – sowohl in Donaufeld als auch auf den Siemens-Gründen!

Gemeinsam für eine maßvolle Stadtentwicklung mit echter Bürgerbeteiligung!

 

Heinz Berger