Runder Tisch Donaufeld – ein erster Schritt

Am 9. März 2015 fand im Haus der Begegnung in Floridsdorf der erste Runde Tisch Donaufeld im Rahmen des Beteiligungsprozesses statt. Da in den letzen Monaten von Seiten der AnrainerInnen mehrfach bemängelt wurde, dass bisher nur Information, aber keine Beteiligung an der konkreten Planung stattgefunden hat,  wurde jetzt der Runde Tisch Donaufeld als zusätzliche Diskussionsplattform installiert. Geplant ist weiters, dass der Runde Tisch jetzt regelmäßig die Möglichkeit bietet, sich direkt mit EntscheidungsträgerInnen und PlanerInnen auseinanderzusetzen.

Der erste Runde Tisch wurde zum grundsätzlichen Thema „Beteiligungsprozess Donaufeld“ angesetzt. Den TeilnehmerInnen bot sich die Gelegenheit mit der Gemeinderätin Jennifer Kickert, Sprecherin für BürgerInnen-Beteiligung der Wiener Grünen, und  dem Floridsdorfer Bezirksvorsteher Georg Papai über die konkrete Beteiligung der BürgerInnen beim Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld zu diskutieren.

Nachdem die als “Fishbowl” organisierte Veranstaltung von Herbert Bork vom Planungsbüro stadtland mit allgemeinen Fragen zum Beteiligungsprozess eröffnet wurde, stiegen die ersten TeilnehmerInnen in die Diskussion ein. Ein zentrale Forderung der AnrainerInnen war die Klärung der Rahmenbedingungen der Partizipation: Woran können wir eigentlich mitentscheiden? Sowohl Frau Kickert, als auch Herr Papai sprachen sich für eine Klarstellung der Bereiche die partizipativ ausgehandelt werden sollen, aus. Allerdings sei die Planung derzeit noch nicht so konkret, dass bereits mitgestaltet werden könne, da bisher nur unverbindliche Rahmenpläne erstellt worden sind, aber noch keine Entscheidungen gefallen seien. Darauf gab es ganz expliziten Widerspruch, da die Anzahl von 6.000 Wohnungen regelmäßig als nicht verhandelbar bezeichnet wurde. Genau diese Zahl muss aber zur Diskussion gestellt werden, da sowohl die Verkehrs- als auch die Freizeitinfrastruktur an die Grenzen der Belastbarkeit stößt, bzw., muss gewährleistet sein, dass der jeweiligen Zahl von Wohnungen auch ein entsprechender Ausbau der Infrastruktur gegenübersteht. Ohne eine durchgängige Realisierung des Grünzugs Donaufeld wird die Alte Donau zwangsläufig überlastet. Ohne einen starken Ausbau des Umweltverbundes (Straßenbahn, Autobus, Fahrrad- und Fußwege) wird der Verkehr auf der Donaufelder Straße (besonders an der Kreuzung zur Dückegasse) wohl endgültig zusammenbrechen.

Überraschenderweise ließ sich BV Papai zu einer Garantie des Grünzugs hinreißen: Er versicherte, dass auf keinen Fall mit dem Bau begonnen wird, wenn nicht zumindest der Großteil des Grünzugs gesichert ist! Wir begrüßen diese klare Positionierung.

Die wohl schönste Wortmeldung kam von einer Teilnehmerin, die ein Grundstück am Grünzug Donaufeld besitzt und dieses nicht, wie so viele andere, zum Höchstpreis verkaufen will, sondern als Streuobstwiese zugänglich macht. Schön zu sehen, dass es so etwas heute noch gibt. Sie hat nun aber berechtigte Sorge, dass nebenan Bauklasse 3 gewidmet wird, und dann das notwendige Sonnenlicht weg ist. Bei den weiteren Planungen ist daher ganz besonders darauf Rücksicht zu nehmen, dass die Wohnbauten nicht zu einer übermäßigen Beschattung des Grünzugs führen!

Ceterum censeo: Ohne die Realisierung des Grünzugs Donaufeld geht gar nix!

Heinz Berger