Gemeinde Wien: Geld fließt in Werbung, historische Sportstätten verfallen

Die öffentliche Hand hat im Jahre 2014 rund 192 Mio Euro für Inserate und Werbekampagnen ausgegeben. Größter Einzelwerber war die Gemeinde Wien mit nicht weniger als 41,5 Mio Euro an Werbeausgaben.
Interessant ist ein Vergleich mit Deutschland: Bezogen auf die Bevölkerung gibt die österreichische Regierung 5x mehr Geld für Eigenwerbung aus als die deutsche Regierung, wie das NDR-Medienmagazin “Zapp” berichtete!
Während die Propagandamaschinerie der Gemeinde Wien seit Jahren auf Hochtouren läuft, sind historische Sportstätten wie die Hohe Warte mehr oder weniger dem Verfall preisgegeben. Aus dem Sportbudget bekommen nur die sogenannten Großklubs Austria und Rapid Millionen für ihre Stadien, die Vienna und der Wiener Sportclub hingegen werden stiefmütterlich behandelt und schauen durch die Finger. Längst haben Immobilien-Spekulanten deren traditionsreiche Sportanlagen ins Visier genommen.
Schon die ehemalige Sportstadträtin Grete Laska (SP) wollte in ihrer Ära kein Geld für die Sanierung der Hohen Warte in die Hand nehmen. Statt einer ordentlichen Stadionsanierung, die nachvollziehbar gewesen wäre, kam mit Hilfe einer rot-schwarzen Packelei ein windiger Deal zustande, dessen Protagonisten Adolf Wala (SP) und Adolf Tiller (VP) waren. Offensichtlich hat keine Kontrollinstanz jemals überprüft, ob die Sachleistungen (Tribünenbau, Errichtung von Trainingsplätzen usw.) vollständig erbracht wurden. Jeder Stadionbesucher kann sich selbst ein Bild davon machen. Zu einem Schmuckkästchen, wie Tiller & Laska die Hohe Warte nach der “Sanierung” bezeichneten, fehlt jedenfalls noch eine ganze Menge.
Michael Jungwirth
PRO HEILIGENSTADT