Initiative Stadtbildschutz und die Grünen Landstraße: Informationsabend “Hochhausprojekt Eislaufverein”

Trotz des herrlichen Sommerabends war das Cafe´Heumarkt am 1.Juli 2015 bis auf den letzten Platz gefüllt, das Interesse der Bevölkerung an diesem Thema scheint sehr groß. Stadthistoriker Michael Schmidt war ein exzellenter Moderator dieser doch ziemlich emotionellen Diskussionsveranstaltung. “Nix is fix” betonte gleich zu Beginn Bezirksvorsteherstellvertreterin Eva Lachkovics von den Grünen, bisher gäbe es nur rathausinterne Verfahren die Umwidmung betreffend, nichts sei entschieden. Vizebürgermeisterin Vassilakou strebe derzeit ergebnisoffene Gespräche mit ICOMOS und UNESCO an, wurde mitgeteilt.  Alle “Vorleistungen” des Investors seien auf sein Risiko erfolgt, worauf auch schon Planungsdirektor Madreiter in einer Veranstaltung im AzW hingewiesen hatte.

Die auch hier wieder gezeigten sog Visualisierungen (Wertinvest, Rosinak) wurden vom Publikum als nicht der Realität entsprechend kritisiert, die Niveauunterschiede beim Konzerthaus würden nicht berücksichtigt, Baumreihen könnten nicht auf der darunter verlaufenden U Bahn gepflanzt werden. Die neuerliche Umgestaltung der Lothringer Straße würde unweigerlich ein Verkehrschaos und die Vernichtung von Grünraum bedeuten. Die Höhenentwicklung entlang des Heumarkts müsse sich an den Biedermeierhäusern gegenüber orientieren, jetzt sind dort sechsgeschossige Gebäude geplant. Der sog “Canaletto” Blick vom Belvedere auf die Innenstadt , den auch viele andere Maler und Fotographen (Lessing, Staatsvertrag) festgehalten haben, dürfe nicht mit Hochhausbauten zerstört werden. Der Luxuswohnturm für Milliardäre, die dann dort für drei Tage im Jahr absteigen werden, dürfe nicht realisiert werden, war der Tenor dieser Veranstaltung. Der immer wieder vom Investor behauptete Mehrwert des Projekts sei nur seine eigene Erfindung, den Durchgang beim Konzerthaus gäbe es ohnehin, den Wunsch nach einem Turnsaal für das Gymnasium könne man auch anders lösen, das schmale Schwimmbecken im dritten Untergeschoss sei auch entbehrlich. Die Nachteile für das Stadtbild und für die Bevölkerung würden gegenüber dem Nutzen dieses Projekts bei weitem überwiegen. Eine Aufzeichnung dieser Veranstaltung soll es demnächst auf you tube geben. (jk)