Visionär Adolf Tiller in Hochform

Im Wahlkampf läuft der Visionär Adolf Tiller, auch als Döblinger Bezirksvorsteher bekannt, zur Hochform auf. Seine jüngste Vision von einem Tunnelprojekt gigantischen Ausmaßes erinnert einmal mehr an den legendären Sager des deutschen Altkanzlers Helmut Schmidt: „Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen“.

 Medienberichten zufolge fordert Tiller zur Verkehrsentlastung einen 4,5 Kilometer langen Tunnel von der Krottenbachstraße bis zur Höhenstraße. Er rechnet mit Kosten in der Höhe von 40 Millionen Euro. Der Verkehrsplaner Harald Frey hält so einen Tunnel für den komplett falschen Weg, weil das Symptom, nicht aber das Problem behandelt werde. Frey schätzt, dass das Projekt drei Mal so viel kosten würde.

Tillers Ideenreichtum scheint keine Grenzen zu kennen. Erst im Februar hat der Bezirksvorsteher mit der Meldung aufhorchen lassen, den Skiweltcup nach Döbling holen zu wollen. Schon im Jahre 2003 machte er via „Krone“ Hoffnung auf eine multifunktionale Sportarena Hohe Warte, die in Wien ihresgleichen suchen wird. Was ist daraus geworden?

Nach halbherziger Stadionsanierung wird nun auch an einer geringeren Auslastung der Traditionsarena „gearbeitet“, was à la longue den (auf der Hand liegenden) Interessen der Hauptpächterin IG Immobilien entgegenkommt: Das Präsidium des Fußballklubs Vienna (Tiller ist Vorsitzender des Aufsichtsrats) hat erst kürzlich entschieden, den Untermietvertrag mit dem American-Football-Verein Vienna Vikings nicht zu verlängern. Als Grund wurde die zu starke Belastung des Rasens genannt. Angesichts der – einst von Adolf Tiller groß angekündigten -  multifunktionalen Sportarena eine geradezu lächerliche Begründung

Michael Jungwirth

PRO HEILIGENSTADT