Wienwahl 2015: Der “Häupl – Bonus” und die Ergebnisse in den Bezirken

Die Wahl ist “geschlagen”, eindeutig hat sich die Wiener Bevölkerung gegen einen Bürgermeister Strache entschieden. Ein Jubel für die rot/grüne Stadtregierung ist allerdings bei den doch deutlichen Verlusten nicht angesagt. Die Aufforderung von VBin Vassilakou, wer weiterhin “rot/grün” will, muss dieses Mal “grün” wählen, hat nicht gezogen. Der ÖVP, die nicht wie die NEOS eine Zusammenarbeit mit der FPÖ vor der Wahl ausgeschlossen hat, sind die Wähler in Scharen davongelaufen. Interessant sind in diesem Zusammenhang die Ergebnisse in den Bezirken, die sich zum Teil von denen der Gemeinderats- und Landtagswahlen deutlich unterscheiden.

Es hat sich gezeigt, dass die immer als träge und uninteressiert dargestellte Bevölkerung sehr wohl zwischen einer Gemeinderats- (und Bürgermeister)wahl und der Wahl der Bezirksvertretung unterschieden hat. Konnte der ÖVP Bezirkskaiser von Döbling, Tiller, trotz massiver ÖVP Verluste im Bezirk seine Hochburg noch halten, ist das seinem Nachbarn Homole in Währing nicht gelungen, der Bezirk ging an die Grünen. Nur in Hietzing schaffte es die ÖVP Bezirksvorsteherin Silke Kobald bei ihrem ersten Antreten sogar zuzulegen, obwohl bei den Gemeinderatswahlergebnissen geradezu ein Absturz der ÖVP erfolgte. In der Josefstadt konnte die engagierte Bezirksvorsteherin Veronika Mickel-Göttfert (ÖVP) immerhin den Chefsessel verteidigen. Die Wählerinnen und Wähler schätzen und honorieren somit erkennbares Engagement ihrer Politiker und Politikerinnen, unabhängig von allen “Trends” und Parteizugehörigkeiten. (jk)