50 Jahre Österreichische Gesellschaft für Architektur (ÖGFA) Abschlussveranstaltung am 26.November 2015

“Kritik oder Krise“, Haltung, Verantwortung, Widerspruch in Architektur und Stadtplanung nannte sich die Jubiläumstagung der ÖGFA. Kritik und Stadt , Teil II, fand am 26.November 2015 in der Planungswerkstatt statt. Eröffnet hat die Veranstaltung Architekt Herbert Binder, seit 1975 mit den Stadtplanungsressorts verbunden. Zuerst Mitarbeiter in der MA 18, arbeitete er maßgeblich an den STEPs 1984 und 1994 mit. Von 2002 bis 2007 war er Leiter der Abteilung 21 B, sein spannender und kritischer Beitrag mit dem Titel “Es gibt keine Stadtplanung” musste aufrütteln. Das Wort “Planung” suggeriere, dass man eine Stadtentwicklung planen könne, was irreführend sei. In Wirklichkeit wirkten hier unterschiedlichste Interessen zusammen, es gäbe unübersehbare, zum Teil widersprüchliche Normen, oft rasch geänderte Vorschriften, unklare Rechtsverhältnisse. Übergeordnete Gesamtraumkonzepte (STEP, Hochhauskonzept ua) würden daher immer mehr “interpretationsreicher”, verschwommener und unverbindlicher. Übergeordnete Zielsetzungen verlören an Gewicht, Entscheidungen würden in der Folge oft “situationselastisch” angepasst. Wolfgang Otter, TU Wien, sprach zum Thema Repolitisierung urbaner ökologischer Visionen, Marion Starzacher, Kunstuni Linz, stellte ein interessantes Schülerprojekt zum Thema Raumwahrnehmung, Raumbewertung vor. Birgit Trenkwalder präsentierte einen standardisierten Leitfaden für eine sozial nachhaltige Positionierung komplexer Bauvorhaben. Lebhafte Diskussion. (JK)