Döbling: Tillers ÖVP verhilft Rot-Grün zu Stimmenmehrheit für Zögernitz-Verbauung

Es ist eine Schande und bezeichnend für die politische Kultur in dieser Stadt, wie in der Döblinger Bezirksvertretung die Abstimmung bezüglich der Stellungnahme zur Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes, deren wesentliche Änderung in der Umwidmung des Casino Zögernitz liegt (Planentwurf Nr. 8050), abgelaufen ist. 

Nach nicht einmal einem Jahr ist der von der Döblinger ÖVP (!) eingebrachte und in der Bezirksvertretung einstimmig beschlossene Antrag vom 16.04.2015 (gegen weitere Flächenumwidmungen in Schutzzonen) nichts mehr wert. Die Roten fahren über die Bürger in gewohnter Manier drüber. Die Grünen scheinen sich von ihren Grundsätzen als Öko-Partei längst verabschiedet zu haben, denken wir nur an die Steinhofgründe. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass die ÖVP exakt für jene 5 Stimmen sorgt, die Rot-Grün zur Mehrheit fehlen.

Bezirksvorsteher Adolf Tiller war von Anfang an ein Befürworter der Verbauung. Er zog (wie beim windigen Deal mit der Hohen Warte) im Hintergrund die Fäden. Schon im Dezember 2006 war Tiller laut Zeitungsmeldungen auf der Suche nach einem Bauträger. Um den Denkmalschutz hat sich niemand gekümmert, das mussten wir machen. „Pro Heiligenstadt“ drängte mit der „Initiative Denkmalschutz“ auf Unterschutzstellung. Im Februar 2008 wurde das Casino Zögernitz vom BDA per Bescheid unter Denkmalschutz gestellt.

Adolf Tiller darf als Bezirksvorsteher natürlich nicht mitstimmen, aber er hat ja mit seinen beiden Töchtern als VP-Bezirksrätinnen gut vorgesorgt. Diese und weitere 3 Vasallen unterstützten mit ihren Stimmen Rot-Grün. Das ist nicht Demokratie, wie Tiller in der „Krone“ süffisant meint, sondern Vetternwirtschaft!

Es wäre ein Schlag ins Gesicht der Döblingerinnen und Döblinger, wenn der Gemeinderat der fragwürdigen Stellungnahme des Bezirks folgen würde und es (einmal mehr) in Döbling „Sie wünschen? – Wir widmen!“ heißen könnte. Döbling darf nicht weiter zubetoniert werden!

Pro Heiligenstadt