Das Haus der Geschichte Österreich(s) – eine gute Idee am falschen Standort?

Auf Einladung der Österreichischen Forschungsgemeinschaft fand am 30.Juni 2016 im Oratorium des Augustinertrakts der Österreichischen Nationalbibliothek ein hochkarätig besetztes Symposium zu diesem noch immer kontroversiellen Thema statt. Vom früheren Minister Ostermayer wären die Weichen für das Haus der Geschichte in der Hofburg bereits gestellt worden, betonte in der Begrüßung die “Hausherrin” Generaldirektorin der NB, Johanna Rachinger. Von Veranstaltung zu Veranstaltung steige seine Begeisterung für das Projekt, betonte der Initiator der “Haus der Geschichte Idee”, Prof. Oliver Rathkolb. Dieser Begeisterung konnten sich andere Vortragende und etliche Diskussionteilnehmer nicht vorbehaltslos anschließen. Prof. Artur Rosenauer bot in seinem Vortrag einen besonders interessanten geschichtlichen Überblick über die Entwicklung der Hofburg. Er lehne das “Haus der Geschichte” Projekt an diesem Standort deshalb ab, weil die weltweit einmalige Sammlung alter Musikinstrumente deshalb um ein Drittel verkleinert werden soll und das ehemalige Völkerkundemuseum (jetzt Weltmuseum) 800m² Fläche verlieren müsste. Sowohl das Weltmuseum als auch das Haus der Geschichte bräuchten auch weitere Flächen für die Zukunft, die es aber in der Hofburg naturgemäß nicht geben könnte. Einige Fragen aus dem Publikum betrafen auch die Finanzierung des Projekts, in Zeiten knapper Budgets nicht unberechtigt. Eine Podiumsdiskussion rundete die interessante Veranstaltung ab. (JK)