Döbling: Abrisswelle ebbt nicht ab


Döbling ist nicht ganz zufällig ein beliebter Tummelplatz der Spekulanten. Die Abrisswelle ebbt auch in diesem Sommer nicht ab. Innerhalb weniger Tage fuhren die Bagger in der Peter-Jordan-Straße und in Ober-Döbling auf. Historische Gebäude wie der Türkenwirt oder das Gründerzeithaus Döblinger Hauptstraße Nr. 40 mussten daran glauben.

In der “Krone” kritisiert die Initiative Denkmalschutz (iD) völlig zu Recht, dass der Bezirk mitschuld am Abriss sei, weil es Döbling verabsäumt habe, die Schutzzone auszudehnen, was Pro Heiligenstadt übrigens schon im Mai in einer Aussendung gefordert hat. Die Nähe von Spekulanten zu den einstigen Großparteien SPÖ und ÖVP erwies sich (in Döbling) nicht selten als Grundvoraussetzung für die Realisierung eines Bauprojekts. In Tillers ÖVP sind aber immer öfter kritische Stimmen aus den eigenen Reihen zu hören, wie beispielweise jene des ehemaligen VP-Gemeinderates KR Gerhard Pfeiffer. Er ist gegen die Verbauung großer Teile charakteristischer Gebiete in unserem Bezirk. Leider wird seine fundierte Kritik an der Verschandelung Döblings in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen, weil sie in den Jubelmeldungen um Bezirksvorsteher Adolf Tiller untergeht.
Michael Jungwirth
PRO HEILIGENSTADT