IBA-Talk: Wohnbau und Mobilität

IBA Wohnbau und MobilitätAm Di., 6. Dezember 2016 fand in der
Wiener Planungswerkstatt im Rahmen der IBA-Talks eine Diskussion zum Thema Wohnbau und Mobilität – Von der Tiefgarage zum „Mobility Point“?
statt. Nach einem Impulsreferat der Leiterin des Referats Mobilitätsstrategien der Stadt Wien, Angelika Winkler nahmen am Podium Johannes Lutter vom europaforum (Moderation), Anna Mayerthaler, Neue Urbane Mobilität der Wiener Stadtwerke, Andreas Käfer von TRAFFIX Verkehrsplanung, Robert Korab von der MO.Point GmbH und Rudolf Scheuvens von der TU Wien (IBA_Wien Beirat) teil.
Bereits im Input von Frau Winkler wurde angesichts des enormen Stadtwachstums  die Notwendigkeit neue Mobilitätskonzepte festgehalten. Von Seiten der DiskutantInnen wurden dann ein Paradigmenwechsel bei den Betrachtungsweisen von Mobilität in den Raum gestellt: Individualverkehr wird nicht nur durch öffentlichen Verkehr sondern in der Folge durch multimodale Verkehrsangebote abgelöst. Das Eigentum an Fortbewegungsmittel wird durch eine Kultur des Teilens abgelöst (Nicht nur Carsharing sondern auch Citybikes und auch immer mehr Angebote von Transportanhängern und -Fahrrädern, …).  Gerade bei der Entwicklung von zukunftsfähigen Mobilität wurde die enge Verflechtung mit dem Wohnbau als zentraler Aspekt definiert und daher auch großes Potential im Rahmen der Internationalen Bauausstellung Wien geortet.

Von Seiten des Publikums wurden diverse Mängel im Zuge der Realisierung von zukunftsfähiger Mobilität in der Praxis geortet: Elektromobilität scheitert teilweise an den baulichen Gegebenheiten; Fortschrittliche Planungen werden oft im Zuge der konkreten Errichtung zu spät realisiert (kein öffentliches Verkehrsmittel in Neu Donaufeld bei Fertigstellung der ersten Wohnbauten); …

Die radikalste Kritik kam diesmal aber wohl vom Podium selbst, wo konstatiert wurde, dass sich viele Entscheidungsträger noch gar nicht zu denken trauen, was alles schon in der Praxis möglich wäre, und dass es gerade auch in einem IBA-Projekt möglich sein sollte, ein radikales Experiment zu wagen.

HB