Wozu eine BürgerInnenversammlung wenn eh schon alles im Hintergrund gelaufen ist?

Gemäß Wiener Stadtverfassung lud am 14.Dezember 2016 der Bezirk Wieden auf Antrag der ÖVP und FPÖ zu einer Bürgerversammlung in den Treitlsaal der TU. Thema war die umstrittene Aufstockung des Winterthurgebäudes neben der Karlskirche. Im Windschatten der Umplanung und Aufstockung des Wien Museums soll nun auch bisher eher unbemerkt das Winterthurgebäude, Sitz der Zurich Versicherung, um etwa zehn Meter erhöht werden, was der Versicherung 3.500m² mehr an Bürofläche in hervorragender Innenstadtlage bringen würde. Der unansehnliche Plattenbau sollte eher abgerissen und nicht aufgestockt werden, war die überwältigende Mehrheitsmeinung im gut gefüllten Saal. Es hat sich gezeigt, dass schönfärberische Politikerreden (zB GR Ernst Woller, Kulturausschussvorsitzender der SPÖ, auch erklärter Gegner des Welterbestatus der Wiener Innenstadt) bei den Bürgern nicht mehr gut ankommen. Jahrelang hatte man beklagt, dass sich die Bürger nicht für Politik interessieren, wenn sie es jetzt doch tun, gelten sie als Wutbürger. Sowohl für die Aufstockung des Wien Museums als auch den Umbau des Winterthurhauses ist eine Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplans notwendig, was still und heimlich bereits in Vorbereitung ist. Die Pläne für den Umbau (Henke/Schreieck) sind fertiggestellt. Die hochgelobte Bürgerbeteiligung beschränkt sich, wie immer, wenn es um heikle Bauverfahren mit Kubaturvermehrung geht, auf die Präsentation von Ergebnissen. (JK)