Knalleffekt beim Heumarkt: Hotel Intercont wird nun doch abgerissen! “Nachdenkpause” beendet.

Monatelang dauert das Tauziehen um das sog “Besondere Projekt” der Wertinvest mit 73m Hochhaus auf dem Areal des Wiener Eislaufvereins bereits an. Wegen der zahlreichen Proteste verordnete Planungsstadträtin und VBin Vassilakou im Mai 2016 eine Nachdenkpause, der für das Projekt notwendige Flächenumwidmungsprozess wurde gestoppt. Wien würde bei Realisierung den von der UNESCO verliehenen Welterbestatus verlieren, meinten namhafte Experten, schon das fünfzig Jahre alte Hotel Intercontinental sei, von der Dimension her, an dieser Stelle bereits ein Fehler gewesen. Der brasilianische Sieger des vom Investor ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs, Isay Weinfeld,  passte hingegen einen dominanten 73m hohen Wohnturm dem in die Jahre gekommenen Hotel an. Dieses sollte renoviert und als “Zeitdokument” erhalten werden.

Ganz anders lautete die Botschaft bei der Pressekonferenz am 13.Dezember 2016. Bürgermeister Häupl, Vizebürgermeisterin Vassilakou, der bauwerbende Investor Tojner und die Vertreter von Konzerthaus und Eislaufverein informierten, dass nun das Hotel doch abgerissen würde, die Zimmer hätten nur 2,20m Raumhöhe und eine Renovierung sei daher nicht vertretbar. Das Hotel würde “in gleichem Stil”, nur etwas breiter (“plumper”) und zum Stadtpark hin um einige Meter versetzt, neu errichtet werden. Der geplante Wohnturm ist nun einige Meter kürzer geworden (66 statt 73m), für die Vorstellung der UNESCO aber ist er noch immer zu hoch. Eine Reihe interessanter Bebauungsvorschläge anderer Architektenbüros, für den Fall, dass das Hotel nicht erhalten würde, gab es in dem langen Planungsverfahren durchaus. Isay Weinfeld aus Brasilien und mit Wiener Wurzeln hat die Ausschreibung deshalb gewonnen, weil er das Hotel erhalten wollte und seinen Turm diesem angepasst hat. Eine verpasste Chance, dieses Areal wirklich neu und Stadtbild verträglich zu gestalten! (JK)