“Wien orientiert sich an Investoren” – “Wenn der Investor die Stadt gestaltet” – “Wiener Stadtplanung ohne Plan”

So lauteten die Überschriften in den Printmedien der letzten Tage. Eine vielbeachtete Pressekonferenz der Architektenkammer am 21.Dezember 2016 fand in den wichtigsten Tageszeitungen ausführlich Niederschlag. “Wir sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem sich Grundstückseigentümer ihre Baubedingungen mehr oder minder selbst schreiben können” wird Architekt Christoph Mayrhofer zitiert. Zuvor hatte sich Architektin Hemma Fasch, eines der zwölf Mitglieder des Wiener Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung, mit harscher Kritik an die Öffentlichkeit gewagt. Anlass war ua die Presskonferenz Bürgermeister Häupls einen Tag vor der Sitzung des Fachbeirats, bei der bereits der Öffentlichkeit die neuen Pläne für den Heumarkt präsentiert wurden. Die Stellungnahme des Fachbeirats hatte man gar nicht abgewartet. Das mache die Arbeit dieses Gremiums zur Farce. Die Unterlagen für die Stellungnahmen würden zu kurzfristig zur Begutachtung übergeben, gerade beim Thema Heumarkt hätte es auch keine Einstimmigkeit gegeben. Im Unterschied zu ähnlichen Institutionen in anderen Bundesländern sei das Gremium auch nicht unabhängig, der Fachbeirat diene nur als Feigenblatt. Fasch wünscht sich jedenfalls stabilere Rahmenbedingungen wie etwa Ausschlusszonen für Hochhäuser, die der neue Masterplan Glacis und das neue Hochhauskonzept vermissen ließen. In diesem Punkt besteht Einigkeit mit dem Vorsitzenden des Fachbeirats, Rüdiger Lainer, der sich dazu im Ö 1 Morgenjournal ähnlich äußerte. Neben dem Hochhausprojekt am Heumarkt war auch der Wohnturm an der Reichsbrücke, die sog “Danube Flats”, ein wichtiger Kritikpunkt für eine Anlasswidmung. Zu den Vorwürfen nahm seitens der Stadt Wien Planungsdirektor Madreiter Stellung, es gäbe in Wien keine rein bauplatzbezogene Flächenwidmung, die Stadtplanung stünde auf einem soliden fachlichen Fundament. Das Büro von VBin Vassilakou, für das Planungsressort zuständig, findet die Vorwürfe “nicht nachvollziehbar”. (JK)