Jahresrückblick 2016 und Ausblick – Donaufeld

Donaufeld oder Donau(beton)block – wohin geht die Stadtentwicklung an der Alten Donau?

Das Jahr 2016 war verkehrspolitisch von Stillstand gekennzeichnet: Zunehmender Stillstand der Autos im täglichen Stau und auch keinerlei nennenswerte Verbesserungen in der Verkehrsorganisation.
Auch bei den Planungen zum Stadtentwicklungsgebiet begann das Jahr mit einer langen Pause im Beteiligungsverfahren. Im Sommer wurde dann vom Planungsbüro stadtland ein sehr umfangreicher und guter Bericht über die erste Phase des Beteiligungsprozesses vorgelegt.

Im Herbst wurde dann der Beteiligungsprozess fortgesetzt, wobei immer wieder angemerkt wurde, dass es sich im Wesentlichen nur um Information handeln wird und nicht um Teilhabe an den Entscheidungsfindungen! Das wurde dann auch bei der Ausstellung der Pläne für die erste Entwicklungsphase des Zielgebietes im Oktober und beim Runden Tisch zur ersten Entwicklungsphase heftig kritisiert. Weiters wurde beanstandet, dass außer der Verlegung eines Radweges kaum Vorschläge aus der ersten Phase der Beteiligung in die Pläne eingeflossen sei. Besonders starke Kritik wurde am geänderten Garagenkonzept geübt, das nun zusätzlich zu den 1800 Stellplätzen an Mobility Points (wo auch der öffentliche Verkehr, Leihfahrzeuge und E-Tankstellen zur Verfügung stehen sollten und nicht nur Sammelgaragen) ebenso viele Stellplätze in Tiefgaragen vorsieht, und mangels Alternativen zum Auto die ohnehin schon sehr angespannte Verkehrssituation in Donaufeld noch stärker belasten wird.

Beim  nächsten Runden Tisch zum Mobilitätskonzept wurde dann eine weitere Schwachstelle diskutiert, die das im Leitbild vorgesehene, durchaus kluge Mobilitätskonzept gefährdet: Der geplante Bus soll in der ersten Entwicklungsphase nur entlang der Dückegasse fahren, wo die Tiefgaragen geplant sind. die anfangs geplante Haltestelle ist bis zu 400 Meter von einzelnen Wohnhäusern entfernt, während die westlicher gelegenen Haltestellen aus verkehrstechnischen Gründen erst in ein paar Jahren angesteuert werden. Um zu verhindern, dass die neuen BewohnerInnen gleich nach der Übersiedlung zur Verwendung des Autos gedrängt werden, sollte hier rasch eine Lösung gefunden werden, damit die BewoherInnen vom ersten Tag an ein öffentliches Verkehrsmittel zur Verfügung haben!

Ein kleiner Hoffnungsschimmer ist das Vorhaben der Stadt, den zentralen Bereich des Stadtentwicklungsgebietes als Projekt bei der Internationalen Bauausstellung Wien 2022 mit dem Titel “Neues Soziales Wohnen” einzureichen. Wenn das gelingt, wäre zumindest eine Hebung der städtebaulichen Qualität des neuen Stadtteils zu erwarten.
Und ein nicht zu unterschätzender Erfolg ist es wohl auch, dass der Grünzug Donaufeld im Zuge der Auseinandersetzungen nicht verkleinert wurde, sondern in den vorliegenden Plänen noch immer im geplanten Umfang vorhanden ist. Allerdings sollte auch hier nachgebessert werden.

Angesichts der zunehmenden Kritik, dass die Beteiligung gar keine konkrete Auswirkung auf die Planung habe, wird es immer wichtiger, dass für die AnrainerInnen sichtbar gemacht wird, was von den zentralen Forderungen in die Pläne eingeflossen ist.

Unsere Forderungen:

  • Reduktion der Anzahl der geplanten Wohnungen
  • Reduktion der Auto-Stellplätze
  • Einrichtung der geplanten Buslinie bereits in der ersten Entwicklungsphase
  • Realisierung des durchgängigen zentralen Grünzugs von der Donaufelder Straße bis zur Alten Donau
  • Erweiterung des westlichen Grünzugs, damit auch dort die Aufenthaltsqualität erhöht wird
  • Erhalt von Gemüseproduktion im Donaufeld

Resümee:
Noch ist das Donaufeld nicht verloren, aber es bedarf weiterhin großer Anstrengungen, damit Donaufeld in Zukunft ein attraktiver Stadtteil bleibt bzw. wird.

Initiative Donaufeld