Wie geht es mit dem Hochhausprojekt am Heumarkt weiter?

In der Reihe der KulturTalk Veranstaltungen “Podium am Puls” im sehr gut besuchten Berio Saal des Wiener Konzerthauses diskutierten gestern unter Leitung des Chefredakteurs der “Presse” Rainer Nowak Architektin Gabu Heindl, Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, Christian Kühn, Studiendekan Architektur an der TU Wien, Lili Licka, Landschaftsarchitektin, Christoph Luchsinger, Architekt und Städteplaner an der TU Wien und Leiter des kürzlich beendeten Vermittlungsverfahrens zwischen Stadt  und Investor, Dietmar Steiner, Architekturpublizist und ehemaliger Leiter des AzW sowie Daniela Enzi für den Investor Michael Tojner, der ebenso entschuldigt war wie die zu Beginn angekündigte Vizebürgermeisterin Maria Vassiakou. Trotz der Bemühungen der Vertreterin des Investors, Daniela Enzi, das Projekt nur lobend hervorzuheben, konnte nicht entkräftet werden, dass es nach wie vor für einen Bau dieser Art keine Flächenwidmung gibt – und möglicherweise auch nicht geben wird. Nicht der Investor schenke der Öffentlichkeit etwas sondern die Stadt würde den Wert der Liegenschaft durch die gewünschte Umwidmung um ein Vielfaches erhöhen, betonte Gabu Heindl. Investitionen in guten Innenstadtlagen gehörten derzeit zu den wichtigsten spekulativen Anlageformen. Christian Kühn kritisierte die Vorgangsweise des Verfahrens. Da jetzt doch das Hotel abgerissen würde, müsste es überhaupt ein Neuplanung des Areals geben. Das Umfeld wäre schon beim seinerzeitigen Bau des Hotels nicht berücksichtigt worden, brachte Lili Licka vor. Die Verteidiger des Projekts hatten in dieser Expertenrunde einen schweren Stand. Dass das hochinteressierte Publikum dem Projekt äußerst skeptisch gegenübersteht, war am Applaus zu merken. Der drohende Verlust des Welterbeprädikats für die Wiener Innenstadt konnte wegen der Kürze der Zeit gar nicht behandelt werden. (JK – Bericht auch heute in der Presse, Chronik Wien)