ZIVILTECHNIKERINNEN stellen Denkmäler in ein neues Licht und gestalten die Zukunft

Begleitet von einer sehenswerten Wanderausstellung fand im Palais Epstein am 16.Februar 2017 eine interessante Podiumsdiskussion zum Thema “Denkmalschutz weltoffen und progressiv” statt. Unter der sachkundigen Moderation von Gabu Heindl kamen Barbara Neubauer, Präsidentin des Bundesdenkmalamts, Gabriele Eschig, Generalsekretärin der österreichischen UNESCO Kommission und eine Reihe von jungen Architektinnen und Architekten zu Wort. Einhellig wurde betont, dass “dem Bauen im Bestand” in Zukunft viel mehr Bedeutung beigemessen werden sollte. Die in den letzten Jahren entstandenen ausufernden Bauvorschriften würden allerdings sowohl den Eigentümern als auch den Architekten das Leben schwer machen. Bedauert wurde auch, dass es im österreichischen Denkmalschutzgesetz keine Verankerung des Umgebungsschutzes gäbe. Die derzeitige Problematik der Bauvorhaben am Karlsplatz (Aufstockung des Winterthurhauses) und das geplante Projekt am Heumarkt wurden als skandalös bezeichnet. Gabriele Eschig wies klar darauf  hin, dass sich Österreich selbst für die Anerkennung der Wiener Innenstadt als Weltkulturerbe beworben hätte, die Voraussetzungen dafür wären klar formuliert. Keineswegs wolle die UNESCO eine Musealisierung der Städte, Veränderungen sollten jedoch welterbeverträglich erfolgen. Die Idee sei weltumspannend, “hervorgehobene Erinnerungsorte” seien verwundbar, sollten jedoch für zukünftige Generationen “als Allgemeingut” erhalten werden. “Am Heumarkt mache man Gewinn auf Basis des kulturellen Erbes, indem man es zerstöre”. (JK)