“Stadtgeflüster – laut gedacht” hochkarätig besetzte, spannende Podiumsdiskussion zum Heumarktprojekt

Die Fachschaft Architektur der Wiener TU lud am 4.April 2017 zu diesem heißen Thema zu einer Podiumsdiskussion, um den Studenten und Studentinnen eine “Information aus erster Hand” zu bieten. Das Interesse war enorm, der Hörsaal war bis zum letzten Stehplatz gefüllt.

Moderiert von Albert Kirchengast, ETH Zürich, diskutierten Nott Caviezel, Denkmalpflege, Christian Kühn, Studiendekan für Architektur, TU Wien, Christoph Luchsinger, TU Wien, Erich Raith, TU Wien und Andreas Vass, Österreichische Gesellschaft für Architektur. Christian Kühn, auch mit zahlreichen kritischen Beiträgen zum Thema Stadtplanung in der “Presse” bekannt, bezeichnete sich nicht als Gegner sondern als Kritiker des viel zu hohen und zu voluminösen Projekts, man habe verabsäumt 2013 die “Reißleine” zu ziehen, als klar war, dass aus den Vorgaben kein gutes Ergebnis zu erzielen wäre. “Auch wenn viele Köche beteiligt gewesen seien und dann eine versalzene Suppe rauskomme, müsste man sie eben wegschütten”. Die Stadt habe sich vom Investor treiben lassen. Christoph Luchsinger sieht das naturgemäße anders, er war Verfasser des neuen Hochhauskonzepts und Moderator für Stadt und Investor in der 2016 verordneten Nachdenkphase. Obwohl er keine Bewertung des Projekts wegen Befangenheit vornehmen wollte, verteidigte er die wenig konkreten Vorgaben des Masterplan Glacis und des Hochhauskonzepts. Im Gegensatz dazu forderte Andreas Vass solche Vorgaben ein, es müsse Normen geben, man könne nicht alles mit ”Aushandlungsprozessen” lösen. Viel Diskussion gab es auch um den nun doch geplanten Abriss des Hotel Intercont. Die einmalige Chance, nun diese aus der Zeit verständliche “Fehlplanung” zu korrigieren, werde vertan, indem man das Hotel nun größer und klobiger in der selben Art nachbauen wolle. “Wien mache sich damit zum Vollidioten”, so Kühn. Otto Kapfinger meldete sich aus dem Publikum zu Wort, der Investor habe immer gewusst, was er dort wolle. Dass das Hotel nicht zu sanieren wäre, hätte jeder gewusst, der sich die Bausubstanz näher angeschaut hätte. Trotzdem hätte man das Weinfeld Projekt zum Sieger erklärt. (JK)