Flächenwidmung Donaufeld in der öffentlichen Auflage

Nach längeren engagierter und auch kontroverser öffentlicher Diskussion und drei Jahren Bürgerbeteiligung ist nun die neue Flächenwidmung für das Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld in der öffentlichen Auflage.  Bis 8. Juni 2017 besteht die Möglichkeit einer Stellungnahme zum Entwurf für den ersten Teil westlich der Dückegasse.

Seit den frühen 1990er-Jahren gibt es Pläne, auf der sogenannten Leopoldauer Haide mehrere Tausend neue Wohnungen zu errichten. Es handelt sich dabei um ein Gebiet zwischen Fultonstraße, Donaufelder Straße, Dückegasse, Drygalskiweg und Alter Donau, das bis heute von Gärtnereien geprägt ist. Für den Ostteil des Stadtentwicklungsgebiets Donaufeld liegt seit 27. April ein Flächenwidmungsplan in der Servicestelle Stadtplanung, in der Bezirksvorstehung Floridsdorf oder auf der Homepage der Stadt Wien zur Einsichtnahme auf. Es besteht die Möglichkeit in der Servicestelle oder online eine Stellungnahme abzugeben.

Nach langjährigen Planungen durch die MA 21 und die Planungsbüros stadtland und querkraft, und nach einem dreijährigen BürgerInnenbeteiligungsverfahren, das nicht zuletzt aufgrund der Forderungen von AnrainerInnen und der Initiative Donaufeld nach einer moderaten Bebauung und dem Erhalt von Grünflächen eingerichtet wurde, beginnt jetzt das konkrete Widmungsverfahren. Die Pläne sehen im sogenannten “zentralen Ereignisband” zwischen der verlängerten Arakawastraße und der verlängerten Prandaugasse eine relativ dichte und auch etwas höhere Bebauung, andererseits aber auch höhere Erdgeschoßzonen für gewerbliche Nutzung vor. Im südlichen Bereich ist eine weniger dichte und niedrigere Bebauung vorgesehen, während nördlich davon der Großteil noch keine Bebauungsbestimmungen erhält. Westlich davon bildet ein zwischen 100 und 300 Meter breiter Grünzug den Abschluss, der großteils als Schutzgebiet Wald- und Wiesengürtel gewidmet wird.

Wir setzen uns für eine Abstufung der Bauhöhe zu den angrenzenden Siedlungen im Süden ein und haben dazu am 15. Februar 2017 einen Antrag in der Floridsdorfer Bezirksvertretung eingebracht, der noch verhandelt wird. Darüber hinaus wollen wir, dass bereits in der ersten Bauphase ein Bus in das Siedlungsgebiet hinein fährt, um zu gewährleisten, dass möglichst viele neue BewohnerInnen die öffentlichen Verkehrsmittel benützen, um nicht mit dem Auto auf den angrenzenden Straßen im Stau zu landen. Dazu sollte auch die Einrichtung von Mobility-Points und eine reduzierte Stellplatzverpflichtung (70%) beitragen. Wir bedauern dass der ursprüngliche Plan einer weit niedrigeren Anzahl von Stellplätzen die zur Gänze an den Mobility-Points konzentriert wären jetzt nur teilweise umgesetzt wird.

Wir unterstützen die Bemühungen, das Donaufeld als Projekt im Rahmen der internationalen Bauausstellung (IBA) Wien 2022 als Stadtteil von möglichst hoher Qualität weiter zu entwickeln.

HB