Leistbares Wohnen auf ehem. Vienna-Parkplätzen war auch nur ein Schmäh


Den Schmäh vom leistbaren Wohnen hat schon der ehemalige Wohnbaustadtrat Werner Faymann (SPÖ) erzählt, als er den viel zu günstigen Verkauf der Vienna-Parkplätze auf der Hohen Warte an die Nationalbank-Tochter IG Immobilien begründen musste.

 

In Wahlkampfzeiten läuft die Propaganda-Maschinerie der Stadt Wien auf Hochtouren. Neben Ulli Sima (SPÖ) ist Wohnbaustadtrat Michael Ludwig (SPÖ) einer der Eifrigsten. Immer wieder rechtfertigt er die jüngste Kritik des Rechnungshofes an den Grundstücksverkäufen der Stadt Wien mit der Schaffung von leistbarem Wohnraum, der dadurch erst ermöglicht werde.

Diese Argumentation erinnert an den windigen Deal mit den Vienna-Parkplätzen auf der Hohen Warte unter Wohnbaustadtrat Werner Faymann, der die Steuerzahler rund 4 Mio Euro gekostet hat. Die damalige Sportstadträtin Grete Laska (SPÖ) verständigte sich im Jahre 2002 mit Bauspekulanten auf eine äußerst fragwürdige Stadionsanierung, um das Sportbudget damit nicht belasten zu müssen. Die Sanierungsarbeiten wurden IG Immobilien als Sachleistungen beim (ohnehin viel zu günstigen) Kaufpreis angerechnet. Unverständlich, warum das die EU-Kommission nicht so sah wie der Rechnungshof, nämlich als verbotene Beihilfe.

Für Aufregung sorgte zuletzt die Groteske um die ausstehende Reparatur des schadhaften Tribünendaches. Laut vertraglichen Vereinbarungen müsste eigentlich IG Immobilien für die Reparaturkosten aufkommen. Aber das einst begünstigte Immobilienunternehmen versucht nun mit juristischen Spitzfindigkeiten, die für den Traditionsklub Vienna und die Vienna Vikings (American Football) so wichtige Benützbarkeit der Zuschauertribüne hinauszuzögern.

Statt leistbaren Wohnungen entstanden auf den ehem. Vienna-Parkplätzen übrigens Luxuswohnungen. Als “Draufgabe” können die betuchten Bewohner sogar eine als “Öffentlicher Durchgang” gewidmete Grünfläche (4 Meter breit) als Garten nutzen, weil der Bezirk Döbling nicht daran denkt, den Durchgang für die Allgemeinheit zu ermöglichen, wie es im Flächenwidmungsplan vorgesehen ist.

Michael Jungwirth

PRO HEILIGENSTADT