“Österreich – und jetzt?” Vortrag Andreas Unterberger im “Klub logischer Denker” am 18.Oktober 2017

Der Termin war längst ausgemacht gewesen, als noch kein Wahltermin für die Nationalratswahl feststand, umso spannender waren die Ausführungen des “journalistischen Urgesteins” Andreas Unterberger, ehemaliger Chefredakteur von Presse und Wiener Zeitung. Die wachsende Demokratiemüdigkeit im Land mache ihm Sorge, immer mehr höre man den beunruhigenden Wunsch nach einem “starken Mann”. Die Menschen seien frustriert, nur alle fünf Jahre ihre Stimme (im wahrsten Sinne des Wortes) “abzugeben”. Für Vorzugstimmen wäre die Information sehr mangelhaft, in Südtirol gäbe es da ein besseres System, man könne dort “Menschen ” wählen und nicht nur Parteien. Das Mehrheitswahlrecht, wie es in Großbritannien geübt wird, hätte auch Mängel, aber es gäbe weniger Blockaden. Seine Hoffnung wäre der Ausbau der direkten Demokratie, davor hätten die Parteien bei uns aber Angst, die Bürger könnten “falsch” abstimmen. Würde das jedoch so ausgefeilt durchgeführt, wie in der Schweiz, sei das ein gutes System, das Volk bei Sachfragen tatsächlich einzubinden. Der historische Erdrutsch der Nationalratswahl kam auch zur Sprache. Arbeiter hätten nur zu 19% SPÖ gewählt, zu 15% ÖVP und zu 59% FPÖ. Maturanten und Uniabsolventen hätten zu 32% ÖVP gewählt, zu 31% SPÖ und zu 7% FPÖ.

Es war ein interessanter Abend, am 8.November spricht Stephan Schulmeister über die “Neoliberale Gegenreformation 1944-1992″. Ort: Cafe Benno, 1080, Alserstraße 67, 19 Uhr. (JK)