22.November 2017: “Denkmalschutz in der Praxis”, Vortrag MMag. Dr. Erika Pieler im Ahnensaal des BDA

Als 5.Teil der Veranstaltungsreihe “Kulturgüterschutz konkret” der Donau-Universität Krems interviewte Dr. Paul Mahringer, Leiter der Abteilung für Inventarisierung im Bundesdenkmalamt Frau Dr. Erika Pieler, Richterin im Bundesverwaltungsgericht, zuständig für Denkmalfragen. Drei Richter seien für diese Materie zuständig, es gäbe etwa 60 Verfahren pro Jahr. Früher wären Denkmalfragen reine Verwaltungsverfahren gewesen mit dem Kulturminister/der Kulturministerin als Berufungsinstanz. Als das Gericht entstand, waren noch etwa 200 Berufungsverfahren unerledigt, sie reichten zT bis in die 1990er Jahre zurück. Die Unterschutzstellung eines Denkmals erfolge weiterhin durch das BDA, bei Beschwerden entscheide jetzt aber ein unabhängiges Gericht. Die Verfahren seien damit aufwändiger geworden, Fachgutachten hätten mehr Gewicht bekommen. Hauptgewicht läge zwar nach wie vor auf Unterschutzstellungsverfahren, Verfahren, die die Veränderung eines Denkmals betreffen, nehmen aber zu. Da diese “Abwägungsverfahren” wären, müsse hier besonders gut argumentiert werden. Die Erlaubnis zur Veränderung eines Denkmals durch das BDA wäre früher die Ausnahme gewesen, jetzt scheine man hier eher “freundlich” zu sein, was gelegentlich den Denkmalschutz zu untergraben drohe. Die Diskussion konnte noch bei einem Glas Wein im Anschluss an die Veranstaltung fortgeführt werden. (JK)