Sportminister Strache will Happel-Stadion abreißen

Sport

Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) ist seit einem Monat im Amt. Beim “9. Fußball-Kongress Österreich” in St. Pölten spricht er von ”unsinnigem Denkmalschutz” beim Ernst-Happel-Stadion im Prater, das er abreißen will. 

Wie sein Amtsvorgänger Hans Peter Doskozil (SPÖ) hat sich auch der neue Sportminister als glühender Rapid-Fan geoutet. Ein Bekenntnis zum populärsten Fußballklub des Landes gehört bei den für Sport zuständigen Ressortchefs offensichtlich dazu. Nun sorgt Strache mit Aussagen über das Happel-Stadion und Plänen für ein neues Nationalstadion für Aufsehen: “Das Happel-Stadion gehört abgerissen”, stellte der Vizekanzler klar. “Dieser unsinnige Denkmalschutz darf nicht schlagend werden”, fügte er noch hinzu. Der von Strache in Frage gestellte Denkmalschutz wurde 2001 unter der schwarz-blauen Regierung im Parlament beschlossen. Die zuständige Sportministerin war damals Susanne Riess-Passer (FPÖ).
Bei der Frage der Finanzierung eines neuen Nationalstadions will Strache auch für private Investoren offen sein. Er träumt von einem Red-Bull-Stadion, was allerdings nach Problemen bei der Stadionerrichtung in New Jersey nicht sehr wahrscheinlich ist. Vielleicht hat FPÖ-Chef Strache ganz bewusst von den Affären seiner von Burschenschaftern dominierten Partei ablenken wollen. Der lockere Umgang des Sportministers mit dem Denkmalschutz sollte allerdings zu denken geben.
Michael Jungwirth
PRO HEILIGENSTADT