Pressekonferenz “Weltkulturerbe Wien” mit Vizekanzler Strache und Kulturminister Blümel, 1.Februar 2018, 10 Uhr.

Anlässlich des jährlich fälligen “State of Conservation Reports” an die UNESCO wurde zu dieser Pressekonferenz ins Bundeskanzleramt geladen und dankenswerterweise mittels livestream übertragen. Gerügt wurde vor allem das doppelte Spiel der Wiener Stadtregierung bei der umstrittenen Heumarktplanung. Im vollen Bewusstsein der Auflagen der UNESCO für das Weltkulturerbe Wien Innere Stadt hätte man dem Investor keine Rahmenbedingungen für die Bebauung vorgegeben. Sollte das Projekt nun nicht verwirklicht werden, wäre er der Leidtragende. So werde man sich weiterhin bemühen, mit der UNESCO bis Herbst 2018 einen Kompromiss zu finden, um den wichtigen Welterbestatus Wiens zu erhalten. Eine Aberkennung finde meist nicht im ersten Jahr nach der ”Herabstufung” auf die rote Liste der gefährdeten Welterbestätten statt. Mittels OTS0061 teilte die Stadt Wien dazu mit, das in der PK Genannte geschehe alles ohnehin, “Strache und Blümel” wollten nur vom Nazi-Liederbuch-Skandal ablenken. Unabhängig von weiteren Gesprächsversuchen mit der UNESCO  könnte die Bundesregierung eine Verordnungsprüfung der Anlasswidmung Heumarkt beim VfGH beantragen (so OTS0166), diese Möglichkeit überprüft derzeit auch die Volksanwaltschaft.  (JK)


Sportminister Strache will Happel-Stadion abreißen

Sport

Sportminister Heinz-Christian Strache (FPÖ) ist seit einem Monat im Amt. Beim “9. Fußball-Kongress Österreich” in St. Pölten spricht er von ”unsinnigem Denkmalschutz” beim Ernst-Happel-Stadion im Prater, das er abreißen will. Continue reading


32. GR Sitzung, 25.Jänner 2018: Drohende Aberkennung des Weltkulturerbestatus für die Wiener Innenstadt auch Thema der Fragestunde

VBin Vassilakou erklärte, dass man versuche, mit der UNESCO und ICOMOS “vertiefte inhaltliche Gespräche” zu führen, um auszuloten, wie das Hochhausprojekt am Heumarkt in Einklang mit den Vorgaben für den Welterbestatus umgesetzt werden könnte. (PID Rathauskorrespondenz 25.Jänner 2018). Nach Ansicht von Vassilakou sei der Welterbestatus nicht von diesem einen Projekt bedroht, “neue Architektur” müsse in einer wachsenden Metropole möglich sein. Der Investor hätte alle Auflagen der Stadt erfüllt. Der Gemeinderat hätte sich in einer demokratischen Abstimmung dafür ausgesprochen.

Da die von der UNESCO gesetzte Frist am 1.Februar 2018 ausläuft, bleibt nicht mehr viel Zeit, die Aberkennung des Welterbestatus für die Stadt Wien abzuwenden.(JK)


Memorandum: “Rettet das UNESCO-Welterbe Historisches Zentrum von Wien” (ORF Bericht “Wien Heute”, 19.Jänner 2018)

Bis spätestens 1.Februar 2018 hat die Republik Österreich noch die Möglichkeit, das Heumarkt Hochhaus-Projekt abzuändern, um dem drohenden Verlust des Welterbeprädikats für die Wiener Innenstadt seitens der UNESCO zu entgehen. Eine Reihe von Bürgerinitiativen und NGOs hat sich daher zusammengeschlossen und ein diesbezügliches Memorandum unterzeichnet (Rückfragehinweis: “Alliance for Nature”). Besonders beschämend wäre es für Wien, gerade im Europäischen Kulturerbejahr 2018 und im Jahr des österreichischen Ratsvorsitzes in der Europäischen Union den Titel wegen einer heftig kritisierten Anlasswidmung in der Wiener Innenstadt aberkannt zu bekommen. Wie berichtet wird, haben sich sowohl BM Häupl, Vizebürgermeisterin Vassilakou und der Welterbezuständige der Stadt Wien, Zunke, bisher geweigert, das Memorandum entgegen zu nehmen. Somit bleibt weiterhin die historische Wiener Innenstadt möglicherweise ein Weltkulturerbe mit Ablaufdatum. (JK)


Mit dem Bau der B232 droht in Donaufeld der Verkehrskollaps

Diese wunderschöne Blumenwiese beim Therese Tauscher-Park ist durch die B232 gefährdet!

Nein zur Steuervergeudung zu Lasten unserer Gesundheit!

Seit 2007 hat sich die Initiative Donaufeld erfolgreich für den Ausbau des öffentlichen Verkehrs und  für eine Beruhigung des motorisierten Individualverkehrs eingesetzt.

Mit einer beispiellosen Kraftanstrengung ist es im Dezember 2012 gelungen, bei der Bürgerbefragung die Öffnung der B3 zum Satzingerweg mit einer klaren 2/3 Mehrheit abzuwenden und damit ein lebenswertes Grätzl zu erhalten.

Jetzt wird die Ruhe in den Wohnsiedlungen leider wieder durch ein völlig veraltetes Straßenbauprojekt gefährdet, wie aus diversen Medienberichten (Krone vom 12.12.2017, Wr. Bezirksblatt vom 19.12.2017 und der Floridsdorfer Zeitung vom 26.1.2018) zu entnehmen ist. Continue reading


Abschluss der Partizipation in Donaufeld und Ausblick

Resümee über Beteiligung und Flächenwidmung und die nächsten Schritte in Donaufeld

Am 16. Dezember 2017 nahmen Christina Kirchmair, Herbert Bork und Philip Krassnitzer, das Team von „stadtland“ mit einem letzten „Come Together“ Abschied von Donaufeld. Nachdem sie mehrere Jahre hindurch die Bürgerbeteiligung im Stadtentwicklungsgebiet organisiert haben, wurde jetzt mit dem Entwurf der Charta Donaufeld ein vorerst letztes Dokument für die weitere Entwicklung des neuen Stadtteils vorgelegt. Continue reading


Wiener Wohnbau Forschungstage 2017: “Strategien für das Wohnen in Metropolregionen”

Am 30.November 2017 fand im Kuppelsaal der TU das Workshop 16 des Referats für Wohnbauforschung der MA 50 der Stadt Wien statt. Schwerpunkt war dieses Mal die Dynamik der Entwicklung des Wiener Umlands. Nicht nur die Wiener Bevölkerung wachse, längst sei mit der Stadtregion Wien mit dem Umfeld ein verflochtener Metropolraum entstanden. Für die Menschen würden im Alltag administrative Grenzen eine immer geringere Rolle spielen. Die Nachfrage nach qualitätvollem Wohnraum in gut angebundenen und infrastrukturell ausgestatteten Lagen steige auch außerhalb der Stadtgrenzen. Die Bedeutung einer engen Abstimmung und Zusammenarbeit innerhalb der Metropolregion steige ständig. Der Wohnbauforschungstag richtete daher das Augenmerk auf die Entwicklung gemeinsamer Lösungen über formale Verwaltungsgrenzen hinweg. Keynote Sprecherin war Nicole Schelling, Regionaldirektorin Verband Region Stuttgart, wo eine vergleichbare Situation herrscht. (JK)


Pressekonferenz der Bürgerinitiative “Steinhof gestalten” am 30.11.2017

Die Stadtregierung mache einen schwerwiegenden Fehler, indem sie noch immer nicht in der Lage sei, ein sinnvolles Nachnutzungskonzept für das Areal vorzulegen, obwohl sie ein solches mittlerweile seit Jahren verspricht, so Dr. Gernot Rainer, der vom KAV unsanft aus seiner Tätigkeit auf der Pulmologie des OWS entfernt und wegen Aufmüpfigkeit mundtot gemacht werden sollte, die Medien haben darüber berichtet. Gerade in einer Zeit des demographischen Wandels (2020 werden 26% der Bevölkerung über 60 Jahre alt sein) würden dringend Pflegewohnhäuser, Palliativstationen, Rehabilitation und Hospize benötigt. Außerdem würden psychische Erkrankungen beängstigend zunehmen, für Berufsunfähigkeit seien sie mittlerweile bei einem Drittel die Ursache. Mit dem OWS sei die Stadt Wien im Besitz eines einzigartigen Standorts, dessen Rahmenbedingungen hervorragend für die Erhaltung und Wiedererlangung der Berufsfähigkeit geeignet wäre. Mit einem flammenden Appell wandten sich die Initiatoren, Christine Muchsel, Wolfgang Veit mit Prof Berndt Lötsch an die zuständigen Politiker, hier endlich tätig zu werden, bevor es zu spät wäre. Die Fällung des Föhrenwäldchens bei der Pathologie und die fortschreitende Wohnverbauung zeige das Unverständnis für die Erhaltung dieses wichtigen Grünraums und sei ein Verbrechen an der historischen Bausubstanz. (JK)


Kärntner erobern Wiener Immobilienmarkt

Nach Hans Knauß versucht sich mit Rainer Schönfelder nun ein weiterer Ex-Skistar im lukrativen Immobilienbusiness.

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Fachdebatte: “Was bedeutet öffentliches Interesse an der Stadt”

Die Fachdebatte “Stadt finden” in Kooperation mit der Kammer der Ziviltechniker in den Räumen der Volksanwaltschaft am 13.November 2017 stieß auf großes Interesse und fand auch in den Medien (derStandard, 17.November 2017, Wiener Zeitung 14.November 2017) große Beachtung.

“Seit 40 Jahren habe die Volksanwaltschaft die Aufgabe, Sachverhalte, die mit Raumordnung, Stadtplanung und Flächenwidmung zu tun haben, zu prüfen und darüber nachzudenken, sagt Volksanwältin Dr. Gertrude Brinek”. Es dürfe hier nicht das Recht des Stärkeren gelten. Kritisch wurden die Projekte “Danube Flats” und Heumarkt beleuchtet. Die derzeitige Rolle des Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung in Wien wird hier sehr deutlich hinterfragt. Die Beiräte würden zu spät und nur oberflächlich informiert, auch sollte es eine Verpflichtung zur Planungsenthaltung während der Dauer ihrer Berufung geben, um etwaige Interessenskonflikte im Vorfeld auszuschließen, meinte Architektin DI Hemma Fasch, selbst langjähriges Mitglied des Fachbeirats. Städtebauliche Verträge zwischen Investoren und der Stadt müssten transparent und öffentlich einsehbar sein. Änderungen von Flächenwidmungen sollten einem Planungsverfahren vorangehen und nicht umgekehrt. Ob die Volksanwaltschaft die Flächenwidmung im Falle des Heumarkprojekts anfechten würde, sei noch offen. (JK)


22.November 2017: “Denkmalschutz in der Praxis”, Vortrag MMag. Dr. Erika Pieler im Ahnensaal des BDA

Als 5.Teil der Veranstaltungsreihe “Kulturgüterschutz konkret” der Donau-Universität Krems interviewte Dr. Paul Mahringer, Leiter der Abteilung für Inventarisierung im Bundesdenkmalamt Frau Dr. Erika Pieler, Richterin im Bundesverwaltungsgericht, zuständig für Denkmalfragen. Drei Richter seien für diese Materie zuständig, es gäbe etwa 60 Verfahren pro Jahr. Früher wären Denkmalfragen reine Verwaltungsverfahren gewesen mit dem Kulturminister/der Kulturministerin als Berufungsinstanz. Als das Gericht entstand, waren noch etwa 200 Berufungsverfahren unerledigt, sie reichten zT bis in die 1990er Jahre zurück. Die Unterschutzstellung eines Denkmals erfolge weiterhin durch das BDA, bei Beschwerden entscheide jetzt aber ein unabhängiges Gericht. Die Verfahren seien damit aufwändiger geworden, Fachgutachten hätten mehr Gewicht bekommen. Hauptgewicht läge zwar nach wie vor auf Unterschutzstellungsverfahren, Verfahren, die die Veränderung eines Denkmals betreffen, nehmen aber zu. Da diese “Abwägungsverfahren” wären, müsse hier besonders gut argumentiert werden. Die Erlaubnis zur Veränderung eines Denkmals durch das BDA wäre früher die Ausnahme gewesen, jetzt scheine man hier eher “freundlich” zu sein, was gelegentlich den Denkmalschutz zu untergraben drohe. Die Diskussion konnte noch bei einem Glas Wein im Anschluss an die Veranstaltung fortgeführt werden. (JK)


Assinger: “Sport-Infrastruktur in Österreich ist unter aller Sau!”

Armin Assinger nimmt sich bekanntlich kein Blatt vor den Mund. Der Ex-Skistar fand klare Worte zur Sportpolitik in Österreich.

Die Internationale Bauausstellung im Donaufeld

Am Mittwoch, 18. Oktober 2017 fand am Begegnungsort beim Info-Container eine Feldvorlesung zur Rolle der Internationalen Bauausstellung im Stadtentwicklungsgebiet Donaufeld statt. Es sprachen Prof. Rudolf Scheuvens, Dekan der Fakultät für Architektur und Raumplanung der TU Wien und Mitbegründer des Büros RAUMPOSITION und Kurt Hofstetter, stv. Koordinatior der IBA_Wien 2022 über die Herausforderung, leistbaren und kostengünstigen Wohnbau mit der Schaffung vielfältiger, urbaner und gemischter, sozialer Quartiere zu verknüpfen.

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Was passiert nun wirklich am Karlsplatz?

Am 29.Juni 2017 endete die öffentliche Auflage des Plandokuments 8190 für die Umwidmung am Karlsplatz, Planungen für die Neugestaltung des “Wien Museums” waren bereits davor präsentiert worden. Eher weniger beachtet betrifft die geplante Umwidmung aber auch die Aufstockung des Winterthur Hauses, Sitz der Zürich Versicherung, neben der Karlskirche, was seit Monaten zu heftigen Protesten führte. Noch ist der neue Flächenwidmungsplan nicht im Gemeinderat beschlossen, es regen sich aber jetzt Zweifel, was nun kommt. (Kronenzeitung, Sonntag 29.Oktober 2017, S 26: “Karlsplatz droht Super-GAU”). Das Wien Museum scheint in ewiger Planung stecken zu bleiben, “auch das Rathaus tappe im Dunkeln”. Man führe derzeit “vertiefende Untersuchungen” durch. Finanzierungsvarianten müssten erst bewertet werden. Sollte die Widmung im Gemeinderat beschlossen werden, könnte es durchaus sein, dass das Winterthur Haus aufgestockt (“zu einem hässlichen Furunkel aufgetürmt”) wird und die Planung für das Wien Museum weiter auf Eis liegt. So könnte der schlimmste Albtraum für den Karlsplatz in greifbare Nähe rücken, die barocke Karlskirche wäre für immer verschandelt. (JK)


Darf ein wesentlicher Akteur der Wiener Stadplanung für seinen Verein in Afrika hohe Geldspenden von Immobilienentwicklern annehmen?

Die Wellen gehen wieder einmal hoch und die Optik ist nicht die beste.  Hat es für Spenden namhafter Immobilienplayer in Höhen von €100.000 und €300.000 irgendwelche Gegenleistungen seitens der Stadtplanung gegeben? Die glühende Verteidigung des umstrittenen Heumarktprojekts seitens der grünen Rathausfraktion, vertreten va durch Maria Vassilakou und Christoph Chorherr, ließ diesen Verdacht aufkommen. Chorherr verteidigt sich, “er hätte niemals irgendjemanden ungerechtfertigt begünstigt”. Auch die Stadt Wien hat für das Schulprojekt von Christoph Chorherr mehr als €100.000 an Förderungen gegeben, nur einmal hat sich Chorherr wegen Befangenheit der Abstimmung darüber ferngehalten. In einer Pressekonferenz mit großer Medienbeteiligung wurde am 28.Oktober 2017  in der RA Kanzlei List die Sachverhaltsdarstellung zur “Causa Chorherr” präsentiert, die an die Korruptionsstaatsanwaltschaft übermittelt wurde. (JK)