“Legt die Stadt Wien keinen Wert auf das Welterbeprädikat des historischen Zentrums?”

Das umstrittene Hochhausprojekt auf dem Heumarkt war nicht nur Thema in der Fragestunde der gestrigen 19. Sitzung des Wiener Gemeinderats, es gab auch um 16 Uhr eine Unterbrechung der Sitzung wegen eines dringlichen Antrags an den Herrn Bürgermeister zu “Wien als UNESCO-Weltkulturerbe erhalten”. Erwartungsgemäß sehen die Regierungsparteien das Hochhausprojekt nur überschwänglich positiv, harte Kritik gab es jedoch von der Opposition. Nicht nur die FPÖ, die die Anträge eingebracht hatte, ging mit der Vorgangsweise der Stadtregierung hart ins Gericht, auch die Vertreter der NEOS und der ÖVP kritisierten zurecht das Fehlen verbindlicher Richtlinien für Bauvorhaben. Das Wiener Stadtbild sei keine Wirtschafts- oder Tourismusfrage, sondern eine Entscheidung der Kulturpolitik. (JK)


Bürgerinitiativenplattform “Aktion 21″ feiert 10 jähriges Jubiläum

“was wir Wiener wirklich wollen” war in großen Lettern am Podium zu lesen. Jedenfalls keine Bürgerbeschäftigung, sondern eine tatsächliche Einbindung der Bevölkerung in wesentliche Entscheidungen. Diese habe es in der Form der von der Stadtverwaltung gegängelten “Agenda 21″ nicht gegeben, so wurde die “Aktion 21″ vor zehn Jahren gegründet. Über hundert Bürgerinitiativen hätten sich  im Laufe der Jahre dem Verein angeschlossen. Die Gründer, Herta Wessely und Helmut Hofmann, wurden von der derzeitigen Obfrau Andrea Willson vorgestellt. Gastredner waren Irmgard Griss und Reinhard Seiss, letzterer besonders bekannt geworden durch sein kritisches Buch “Wer baut Wien”. Tenor der Veranstaltung war “so kanns nicht weitergehen”. Die gewählten Abgeordneten müssten sich viel mehr der Bevölkerung verantwortlich fühlen und nicht nur der Partei, auf deren Liste sie kandidierten. (JK)


Wie geht es mit dem Hochhausprojekt am Heumarkt weiter?

In der Reihe der KulturTalk Veranstaltungen “Podium am Puls” im sehr gut besuchten Berio Saal des Wiener Konzerthauses diskutierten gestern unter Leitung des Chefredakteurs der “Presse” Rainer Nowak Architektin Gabu Heindl, Vorstandsvorsitzende der Österreichischen Gesellschaft für Architektur, Christian Kühn, Studiendekan Architektur an der TU Wien, Lili Licka, Landschaftsarchitektin, Christoph Luchsinger, Architekt und Städteplaner an der TU Wien und Leiter des kürzlich beendeten Vermittlungsverfahrens zwischen Stadt  und Investor, Dietmar Steiner, Architekturpublizist und ehemaliger Leiter des AzW sowie Daniela Enzi für den Investor Michael Tojner, der ebenso entschuldigt war wie die zu Beginn angekündigte Vizebürgermeisterin Maria Vassiakou. Trotz der Bemühungen der Vertreterin des Investors, Daniela Enzi, das Projekt nur lobend hervorzuheben, konnte nicht entkräftet werden, dass es nach wie vor für einen Bau dieser Art keine Flächenwidmung gibt – und möglicherweise auch nicht geben wird. Nicht der Investor schenke der Öffentlichkeit etwas sondern die Stadt würde den Wert der Liegenschaft durch die gewünschte Umwidmung um ein Vielfaches erhöhen, betonte Gabu Heindl. Continue reading


“Für die Bilder der Österreich Werbung werden Fotografen aber immer größere Brennweiten brauchen, um das Neue auszublenden”

so schreibt Martina Salomon im heutigen (5.Jänner 2017) Kurier Leitartikel, der mir besonders lesenswert erscheint. “Mitten an einem der sensibelsten Plätze Österreichs, dem Heldenplatz, entstehen voluminöse Bürokontainer, die nun die Sichtachse zwischen Hofburg und Rathaus verstellen. Der neue Bundespräsident wird vor seinem Fenster nicht imperiale Großzügigkeit vorfinden, sondern profane Flächennutzung”. “Wenn man noch dazu weiß, wie lange in Österreich Provisorien halten, darf man schon beginnen, sich zu fürchten”. (aufgeschnappt JK)


Jahresrückblick 2016 und Ausblick – Donaufeld

Donaufeld oder Donau(beton)block – wohin geht die Stadtentwicklung an der Alten Donau?

Das Jahr 2016 war verkehrspolitisch von Stillstand gekennzeichnet: Zunehmender Stillstand der Autos im täglichen Stau und auch keinerlei nennenswerte Verbesserungen in der Verkehrsorganisation.
Auch bei den Planungen zum Stadtentwicklungsgebiet begann das Jahr mit einer langen Pause im Beteiligungsverfahren. Im Sommer wurde dann vom Planungsbüro stadtland ein sehr umfangreicher und guter Bericht über die erste Phase des Beteiligungsprozesses vorgelegt. Continue reading


“Wien orientiert sich an Investoren” – “Wenn der Investor die Stadt gestaltet” – “Wiener Stadtplanung ohne Plan”

So lauteten die Überschriften in den Printmedien der letzten Tage. Eine vielbeachtete Pressekonferenz der Architektenkammer am 21.Dezember 2016 fand in den wichtigsten Tageszeitungen ausführlich Niederschlag. “Wir sind mittlerweile an einem Punkt angelangt, an dem sich Grundstückseigentümer ihre Baubedingungen mehr oder minder selbst schreiben können” wird Architekt Christoph Mayrhofer zitiert. Zuvor hatte sich Architektin Hemma Fasch, eines der zwölf Mitglieder des Wiener Fachbeirats für Stadtplanung und Stadtgestaltung, mit harscher Kritik an die Öffentlichkeit gewagt.  Continue reading


Jahresrückblick 2016 – BI Kometprojekt / Meidling

2016 gab es zum Komet Hochhaus – EKZ Projekt eine Gewerbeverhandlung, eine Bauverhandlung, und zwei Verhandlungen beim Verwaltungsgericht Wien.
Bei der letzten Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht am 14.12. wurde die AnrainerInnen-Beschwerde abgewiesen. Diese Beschwerde erging zur Erteilung der Baugenehmigung durch die MA37 und den zugrundeliegenden (zweifelhaften) Bescheiden der MA64. Es waren u.a. Realisierungsbegriff / Gültigkeit der FW, Stellplatzsituation, sowie UVP angesprochen. Continue reading


Donaufeld steuert sehenden Auges auf den Verkehrskollaps zu!

Viele DonaufelderInnen klagen bereits heute über unzumutbare Verkehrsbelastungen in der Region. Das Mobilitätskonzept für das Stadtentwicklungsgebiet, welches am 13. 12. 2016 im HdB von (zuständigen) Verkehrsplanern präsentiert wurde, war ernüchternd (erschreckend). Continue reading


aus der Rathauskorrespondenz: 18. Wiener Gemeinderat vom 16.12.2016: MASTERPLAN FÜR EINE PARTIZIPATIVE STADTENTWICKLUNG

GR Ernst Wollner meint, das Projekt am Heumarkt und die Aufstockung des Winterthurhauses am Karlsplatz seien zwei Projekte, die in diesen Stadtlagen eine Verbesserung der Situation brächten. Er lehnte die UNESCO als “Oberschiedsrichter” ab und verwies auf das 5 Jahre andauernde “Bürgerbeteiligungsverfahren”, die Auseinandersetzung der Fachabteilung der Stadt und des Fachbeirats Architektur sowie des Bundesdenkmalamts mit dem Projekt. Während die UNESCO “weit weg von Wien” sei, hätten diese eine “Win-Win-Win-Situation” erkannt. Einer möglichen Volksabstimmung (Anm: Antrag NEOS) über das Projekt erteilte er eine Absage.

GR Ernst Wollner (SPÖ) ist Vorsitzender des Kulturausschusses im Wiener Rathaus. Mit Interesse kann man die Langfassung des Protokolls dieser Sitzung erwarten.

 


Knalleffekt beim Heumarkt: Hotel Intercont wird nun doch abgerissen! “Nachdenkpause” beendet.

Monatelang dauert das Tauziehen um das sog “Besondere Projekt” der Wertinvest mit 73m Hochhaus auf dem Areal des Wiener Eislaufvereins bereits an. Wegen der zahlreichen Proteste verordnete Planungsstadträtin und VBin Vassilakou im Mai 2016 eine Nachdenkpause, der für das Projekt notwendige Flächenumwidmungsprozess wurde gestoppt. Wien würde bei Realisierung den von der UNESCO verliehenen Welterbestatus verlieren, meinten namhafte Experten, schon das fünfzig Jahre alte Hotel Intercontinental sei, von der Dimension her, an dieser Stelle bereits ein Fehler gewesen. Der brasilianische Sieger des vom Investor ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs, Isay Weinfeld,  passte hingegen einen dominanten 73m hohen Wohnturm dem in die Jahre gekommenen Hotel an. Dieses sollte renoviert und als “Zeitdokument” erhalten werden. Continue reading


Wozu eine BürgerInnenversammlung wenn eh schon alles im Hintergrund gelaufen ist?

Gemäß Wiener Stadtverfassung lud am 14.Dezember 2016 der Bezirk Wieden auf Antrag der ÖVP und FPÖ zu einer Bürgerversammlung in den Treitlsaal der TU. Thema war die umstrittene Aufstockung des Winterthurgebäudes neben der Karlskirche. Im Windschatten der Umplanung und Aufstockung des Wien Museums soll nun auch bisher eher unbemerkt das Winterthurgebäude, Sitz der Zurich Versicherung, um etwa zehn Meter erhöht werden, was der Versicherung 3.500m² mehr an Bürofläche in hervorragender Innenstadtlage bringen würde. Der unansehnliche Plattenbau sollte eher abgerissen und nicht aufgestockt werden, war die überwältigende Mehrheitsmeinung im gut gefüllten Saal. Es hat sich gezeigt, dass schönfärberische Politikerreden (zB GR Ernst Woller, Kulturausschussvorsitzender der SPÖ, auch erklärter Gegner des Welterbestatus der Wiener Innenstadt) bei den Bürgern nicht mehr gut ankommen. Continue reading


Sie hab’n a Haus baut

Der alte Song von Arik Brauer ist aktueller denn je und passt gut zur fortschreitenden Verschandelung Döblings. Continue reading


IBA-Talk: Wohnbau und Mobilität

IBA Wohnbau und MobilitätAm Di., 6. Dezember 2016 fand in der
Wiener Planungswerkstatt im Rahmen der IBA-Talks eine Diskussion zum Thema Wohnbau und Mobilität – Von der Tiefgarage zum „Mobility Point“?
statt. Continue reading


Medienberichte – Donaufeld

Krone, 2. Dezember 2016, Seite 47:

Wohnbau in Donaufeld: Anrainer fordern vorab dichteres Busnetz

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Weitreichende Folgen für Gesundheitswesen und Stadtplanung durch Umwandlung des KAV in Rechtsform einer Holding befürchtet

Die Bürgerinitiative “Steinhof gestalten” rief am 22.November 2016 zu einer Pressekonferenz, Teilnehmer Erich Wolf, Stiftungsexperte, Bernd Lötsch, Ökologe, Christine Muchsel, Wolfgang Veit seitens der BI. Mit einer als Reform getarnten Umwandlung des KAV, derzeit eine Unternehmung der Stadt Wien, in die Rechtsform einer unabhängigen Holding würde die Voraussetzung geschaffen, das Gesundheitswesen zu privatisieren. Eine Holding könne über das Vermögen der Krankenanstalten frei verfügen, sie könnte auch Liegenschaften verkaufen, handstreichartig könnten somit die Spitalsareale von Lainz oder Steinhof ohne Gemeinderatsbeschluss an “Investoren” verkauft und somit dem städtischen Vermögen entzogen werden. Weiteren Verbauungen wären Tür und Tor geöffnet. Für Steinhof fordert die Bürgerinitiative die Schaffung einer kommunalen sozialen Stiftung, das Otto Wagner Spital wäre dafür prädestiniert. Nur so könne das OWS für soziale Zwecke erhalten bleiben. (JK)