Hochhaus-Stadtplanung

„Hochhäuser werden deshalb hoch gebaut, weil der Bodenpreis in Relation zur Bauhöhe steht. Mit jedem Stockwerk wird der Bodenpreis höher. Und darum geht es, und sonst um gar nichts“ meinte der Architektur-Doyen Roland Rainer im Jahr 2002 im Rahmen der Wr. Salongespräche.” (Er war u.a. Wiener Planungsstadtrat zur Errichtung des bevölkerungsorientierten Jahrhundertprojekts Donauinsel)
Seit 2002 hat sich in Wien insofern nichts geändert, als es nach wie vor

  • noch immer keine Planwertabgabe bei Hochhauswidmungen,
  • noch immer kein verbindliches Hochhauskonzept,
  • noch immer keine strukturierende Standortregelung für Hochhäuser gibt.

Nach wie vor heißt es aber auch, aufgrund des Bevölkerungswachstums müsse eben entweder in die Höhe gebaut werden, oder in den Wienerwald hinein.
Beides ist keine gute Lösung. Der Wienerwald ist ein wertvolles und einmaliges Kleinod für die WienerInnen und Hochhäuser haben bedenkliche Nebenwirkungen, denn

  • sie werden aufgrund ihrer Dimension unweigerlich zu Verkehrsmagneten
  • sie sind aufgrund ihrer Dimension Energiefresser und nicht nachhaltig baubar
  • sie sind nie brandschutzsicher und permanent wartungsbedürftig

(Lt. Statistik Austria beträgt der Schnitt des Wachstums 2002 – 2012 um 18 000 Personen)
Die Zahl der leerstehenden Wohnungen in Wien beträgt lt. Standard um 80 000.
Zur Zeit sind Studien in Auftrag, um hier authentische Daten zu erhalten und eine Nutzung zu forcieren. Das ist mal eine Alternative und ein guter Ansatz.

Unsere Forderungen zu Hochhäusern

  • Eine hohe gesetzliche Planwertabgabe, statt enormen Flächenwidmungs-Geschenken an Bauwerber auf Kosten der Steuerzahler.
  • Ein verbindliches Hochhauskonzept, sowie eine klare Standortregelung, die eine Zustimmung der betroffenen Wohnbevölkerung, sowie eine strategische Umweltprüfung im Vorfeld inkludiert und garantiert.
  • Ein eigenes Hochhausviertel, statt einzelne „Spargel“ in gewachsenen Stadtteilen, damit Wiens Stadtimage und der qualitätsvolle Stadtcharakter bewahrt werden können. Und Anerkennung/Förderung der kultur- und gruppenspezifischen Stadtgrätzeln. Es gibt sicher Menschen, die gerne in einem Hochhausviertel leben wollen, bzw. interessierte Unternehmen.
  • Gesetzlich vorgeschriebene Grünflächenschaffung bei allen Großprojekten. Keine Abgeltungsmöglichkeit derselben für Bauherren und Nachweis eines zu bestimmenden Standards an Energieeffizienz.