Stadterweiterung und –verdichtung

Allgemeine Prinzipien

  1. Regionale Planungen müssen frühzeitig – vor der Vergabe eines Auftrag an ein externes Planungsbüro ergeht – gemeinsam mit der Bevölkerung entwickelt werden! Auch der Begriff “AnrainerIn” muss neu definiert werden. Der einbezogene AnrainerInnen-Radius soll in direktem Verhältnis zur Größe des jeweils geplanten Bauprojektes stehen.
  2. Öffentliche Diskussion auch zur (jeweils geplanten) Architektur an sich, in Fragen Ästhetik, Maß und Innovation.
  3. Bei allen Neuplanungen ist auf das Prinzip der „Stadt der kurzen Wege“ und auf Verkehrsreduktion zu achten. Wohnen, Arbeiten, Freizeit sollen nicht weiter entflochten werden, da monofunktionale Stadtteile ein erhöhtes Verkehrsaufkommen haben.
  4. Fußläufig erreichbare Begegnungsräume (sowohl im Freien als auch wettergeschützt) sind auszubauen bzw. einzuplanen.
  5. Bereits im Zuge der Flächenwidmung sollen vermehrt höhere Erdgeschoßzonen festgelegt werden. Das schafft sozial wertvolle Kommunikationsräume. Der Druck auf gewerbliche Verwertung der Räume erhöht die Chancen auf bessere Nahversorgung und damit auch auf lokale Arbeitgeber.

Verdichtung

  1. In Bezirken mit geringem Grünanteil darf eine Verdichtung nicht zu Lasten der Grünflächen gehen. Hier sollte eher die Begrünung und verbesserte öffentliche Zugänglichkeit von Dächern und Hinterhofgärten forciert werden.
  2. Verbauung von innerstädtischen Gewerbebrachen (Bahnareale, …): Hier ist besonders darauf zu achten, dass im Zuge von Neubebauungen Anreize zur Wiederansiedelung von Gewerbe (Erdgeschosse s. oben, Gewerbeförderung) geschaffen werden, damit keine reinen Schlafstädte entstehen.
  3. Dachausbauten und Aufstockungen sollen die ursprüngliche Bausubstanz auch optisch nicht beeinträchtigen und/oder dominieren.

Stadterweiterung

  1. Entlang hochrangiger öffentlicher Verkehrsmittel.
  2. Stadterweiterung soll in lockerer Bauweise (geringere Dichte und Kubatur, größere Freiräume) erfolgen, als in den Zentren, da sonst die Attraktivität der neuen Siedlungen reduziert wird. Sie darf die Lebensqualität der AnrainerInnen nicht beeinträchtigen.
  3. Nicht zu Lasten der gewachsenen Struktur der peripheren Stadtteile
    • Der spezifische Charakter von peripheren Grätzeln, Ensembles und Dörfern soll möglichst erhalten bleiben.
    • Die Qualitäten von peripheren Landschaften (z. B. Weinberge, Gemüsefelder, …) sollen möglichst erhalten bleiben. Das bedeutet, dass bei Bebauung in diesen Stadtteilen immer nur Teile der Flächen verwertet werden dürfen, und im Gegenzug die Zugänglichkeit und Benutzbarkeit der Restflächen verbessert werden soll.